Griechischer Anarchist beendet Hungerstreik

10. Dezember 2014, 15:00
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Medien berichten von Nachgeben der Regierung: 21-Jähriger erhält künftig Freigänge für Studium

Athen - Die griechische Regierung hat nachgegeben und erlaubt mit einer Gesetzesänderung dem derzeit im Gefängnis in Hungerstreik befindlichen Anarchisten Nikos Romanos künftig Freigänge. Das berichteten griechische Medien am Mittwoch. Romanos sitzt wegen eines Banküberfalls im Gefängnis und verweigert seit 30 Tagen die Nahrungsaufnahme.

Der Fall hatte für die griechische Linke eine starke Symbolwirkung bekommen - immer wieder gab es große Demonstrationen für Romanos. In ersten Kommentaren wurde die Entscheidung als ein Sieg im Kampf um Rechte für Häftlinge gefeiert.

Der 21-jährige soll nun die Erlaubnis erhalten, sein Wirtschaftsstudium auch am Campus in Athen betreiben zu können, allerdings soll er zuvor noch ein Semester im Fernstudium absolvieren. Er werde bei seinen Freigängen eine elektronische Fußfessel tragen, berichtet die Zeitung "Kathimerini" in ihrer englischsprachigen Online-Ausgabe.

Bombe in Athen gefunden

Erst am Mittwochvormittag fand die Polizei in Athen eine Bombe von Sympathisanten von Romanos. Sie konnte kontrolliert gesprengt werden.

Nach Angaben des TV-Senders Megat hat Romanos die Nahrungsaufnahme bereits wieder begonnen. Demnach intervenierte Präsiden Karolos Papoulias persönlich bei der Regierung, eine Lösung zur Beendigung des Hungerstreiks des Studenten zu erreichen.

Die politische Lage in dem Krisenland ist derzeit angespannt. Scheitert die Wahl eines neuen Präsidenten im Parlament Ende Dezember, kommt es zu Neuwahlen. In dem Fall wird mit einem Sieg der radikalen Linkspartei SYRIZA gerechnet. (APA, 10.12.2014)

  • Nikos Romanos, griechischer Anarchist.
    foto: epa/str

    Nikos Romanos, griechischer Anarchist.

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