Europäischer Filmpreis: Agnes Varda wird für Lebenswerk ausgezeichnet

10. Dezember 2014, 13:42
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"Großmutter der Nouvelle Vague" habe auch Welt der Kunst geprägt

Riga - Die französische Filmemacherin Agnes Varda (86) wird für ihr Lebenswerk mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. Die Filmregisseurin, Installationskünstlerin und Fotografin - "Großmutter der Nouvelle Vague" - werde als Schlüsselfigur der französischen und europäischen Filmlandschaft geehrt, so die Europäische Filmakademie. Vardas Arbeit habe auch die Welt der Kunst maßgeblich geprägt.

Die am 30. Mai 1928 in Brüssel geborene Tochter eines Griechen und einer Französin besuchte die Hochschule für Fotografie in Paris. 1947 war Agnes Varda Bühnenfotografin beim Theaterfestival in Avignon. Als Fotoreporterin bereiste sie China, Afrika, Amerika und die Sowjetunion. Mit ihrem Dokumentarfilm von 1955 "La Pointe Courte" (Die kurze Spitze) über eine Ehekrise wurde die Pionierin des französischen Autorenkinos zur "Mutter der Nouvelle Vague". Der Durchbruch kam 1961 mit ihrem ersten Spielfilm "Cleo de 5 a 7" (Mittwoch zwischen 5 und 7).

1966 fand Varda nach ihrem Kinoflop "Les Createurs" (Die Erfinder) mit Catherine Deneuve und Michel Piccoli keine Geldgeber mehr und gründete ihre eigene Produktionsfirma. Für "Sans toit ni loi" (Vogelfrei) über eine Obdachlose bekam sie 1985 den Goldenen Löwen in Venedig. Mit "Jacquot de Nantes" setzte sie 1991 ihrem gestorbenen Mann, dem Regisseur Jacques Demy, ein Denkmal. 2006 erschien der Dokumentarfilm "Die Witwen von Noirmoutier" über 14 Frauen von der Atlantikküste. Dazu zeigte Varda bei Video-Installationen auf 14 Monitoren Beiträge der Witwen. 2008 kam nach über 30 Filmen die Autobiografie "Les Plages d'Agnes" (Agnes' Strände) ins Kino. (APA, 10.12.2014)

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