Käufer gibt ersteigerten Nobelpreis dem Laureaten zurück

10. Dezember 2014, 12:50
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Milliardär Alischer Usmanow kann sich nette Geste gegenüber Medizin-Nobelpreisträger James Watson leisten

London/Moskau/Washington - Einen unerwarteten Twist erlebte die aufsehenerregende Versteigerung der Nobelpreisplakette von James D. Watson. Watson hatte den Medizinnobelpreis 1962 für die Entdeckung der Molekularstruktur der DNA erhalten. Der heute 86-Jährige hatte erklärt, er wolle zumindest einen Teil des Versteigerungserlöses für wissenschaftliche Zwecke spenden.

Und der Erlös ließ sich auch sehen: 4,8 Millionen US-Dollar (umgerechnet 3,85 Millionen Euro) brachte die Plakette bei der Versteigerung am 5. Dezember ein - der Käufer blieb zunächst anonym.

Thema Geld

Nun entpuppte er sich laut BBC als der russische Stahl-Magnat Alischer Usmanow. Usmanow gilt als einer der reichsten Männer Russlands - und er setzte diesen Reichtum nun für eine großzügige Geste um: Usmanow will die Plakette nämlich an Watson zurückgeben. Er sagte, er habe ein schlechtes Gefühl bei dem Gedanken, dass Watson sich zur Versteigerung seiner Medaille gezwungen gefühlt habe: "James Watson ist einer der größten Biologen in der Geschichte der Menschheit und sein Preis für die Entdeckung der DNA-Struktur muss ihm gehören."

Dass Watson nur mehr über begrenzte finanzielle Mittel verfügte, ist letztlich eine Folge seiner höchst umstrittenen Aussagen über Zusammenhänge zwischen Intelligenz und ethnischer Zugehörigkeit im Jahr 2007. Danach musste er von seinem Posten am New Yorker Cold Spring Harbor Laboratory zurücktreten und finanzielle Einbußen hinnehmen. (APA/red, derStandard.at, 10. 12. 2014)

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