Indische Firma stoppte nach Medikamentenskandal alle Studien

10. Dezember 2014, 12:28
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Laut AGES könnten in Österreich sechs Präparate auf Basis gefälschter Studien zugelassen worden sein - bislang gibt es keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren

Nach der mutmaßlichen Fälschung von Arzneimittelstudien hat die beschuldigte indische Firma alle Studien ausgesetzt. "Und zwar so lange, bis alle Streitfragen aus dem Weg geräumt sind", sagte eine Sprecherin von GVK Biosciences am Dienstag in Hyderabad. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe seien nur die laufenden Studien noch zu Ende geführt worden.

Viele Zulassungen gestoppt

Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn hatte 176 Zulassungen für sogenannte Generika (Nachahmer-Medikamente) geprüft und 80 gestoppt. Sie dürfen nicht mehr in deutschen Apotheken verkauft werden. Es lägen aber keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren für Patienten vor. Laut der Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES könnten in Österreich sechs Präparate mit gefälschten Daten zugelassenen worden sein. Bisher aber lagen auch hier keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren vor.

Alle sechs Präparate haben in Österreich einen Marktanteil im einstelligen Prozentbereich. Weitere Untersuchungen in den nächsten Tagen sollen klären, ob Medikamentenlieferungen eventuell zu stoppen sind, weil keine gültige Zulassung vorliegt. "Für den Fall, dass in Österreich zwischenzeitlich ein Ruhen der Zulassung einer der genannten Arzneispezialitäten ausgesprochen werden muss, ist nach derzeitigen Informationen weder mit Engpässen noch mit einer eingeschränkten Versorgungslage der betroffenen Wirkstoffe zu rechnen", heißt es auf der AGES-Website.

Die detaillierte Bewertung der Causa läuft sowohl national als auch auf europäischer Ebene. GVK Biosciences führt nach eigenen Angaben für etwa 40 Pharmahersteller derartige Medikamentenstudien durch. Die Kunden kämen unter anderem aus Europa, den USA, Indien und Südostasien. Bisher seien dem Unternehmen noch keine juristischen Konsequenzen angedroht worden. "Wir haben noch nicht von unseren Kunden gehört", sagte die Sprecherin. (APA/red, derStandard.at, 10.12.2014)

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