Eric Schmidt: Fürchtet euch nicht vor den Maschinen

10. Dezember 2014, 12:25
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Ängste seien "normal", aber unbegründet, sagt der Google-Vorstand und erinnert an geschichtliche Parallelen

Kletternde Roboterhunde, elektronische Pfleger und selbstfahrende Autos: Intelligente Maschinen werden in der Zukunft immer wichtigere Rollen erfüllen. Das löst bei vielen Menschen Ängste aus. In der Popkultur wird dieses Gefühl auch durch dystopische Filme wie "Terminator" oder "Matrix" transportiert.

Diesen negativen Aussichten kann sich Eric Schmidt, Aufsichtsratsvorsitzender bei Google und einstiger CEO des IT-Konzerns, nicht anschließen. Er zeigt zwar Verständnis für die Sorgen, hält sie aber für übertrieben, wie Wired berichtet.

Neue Technologien als Segen

"Diese Sorgen sind normal", meinte der Manager bei einem von der Financial Times veranstalteten Event. "Doch sie sind zu einem gewissen Grad verfehlt." Dabei zieht Schmidt auch historische Parallelen und verweist auf die Ablöse des Webstuhls durch effizientere Lösungen zur Textilherstellung.

Dazu hätten Gesellschaften bislang stets profitiert, je offener sie neuen Technologien gewesen seien. "Es gibt viele Beweise, dass mit dem Auftauchen von Computern auch Löhne gestiegen sind", erklärt Schmidt. Denn die Leute, die mit den Computern arbeiteten, würden besser bezahlt, als jene ohne.

Das eigentliche Problem liegt seiner Ansicht nach im Bildungsbereich verortet. Dieses müsse verbessert werden, um Menschen künftig auf die "neue Welt" vorzubereiten.

Menschliche Steuerung nach wie vor unerlässlich

Dazu seien die heutigen Maschinen noch viel primitiver, als gerne angenommen. Dazu erinnert der Google-Manager an ein vor wenigen Jahren durchgeführtes Experiment. Forscher entwickelten aus Computern ein neuronales Netzwerk und fütterten es mit 11.000 Stunden Videomaterial aus Youtube. Ziel war es, herauszufinden, was das künstliche Hirn aus der großen Menge an Bewegtbild lernen könne.

Letztlich gelang es dem System, Katzen grundsätzlich als solche zu erkennen. Aufgrund des Status Quo seien menschliche Betreiber immer noch genau so wichtig, wie die Technologie selbst.

Eigennutz

Schmidts Botschaft basiert freilich auch auf Eigeninteresse. Künstliche Intelligenz ist heute schon ein zentraler Punkt für viele Angebote des Konzerns – vom Sprachassistenzen Google Now über smarte Heimgeräte wie den "Nest"-Thermostaten bis hin zu den selbstfahrenden Autos, an denen fleißig weiter gearbeitet wird. (gpi, derStandard.at, 10.12.2014)

  • Eric Schmidt blickt dem technologischen Fortschritt hoffnungsfroh entgegen.
    foto: reuters

    Eric Schmidt blickt dem technologischen Fortschritt hoffnungsfroh entgegen.

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