Wer's glaubt, kriegt ein Amt

Einserkastl9. Dezember 2014, 17:36
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Die amerikanischen Atheisten sind arme Schweine

Laut einer Umfrage des Pew-Instituts würden 53 Prozent der Amerikaner und Amerikanerinnen keinen atheistischen Präsidenten wählen: Damit ist Gottlosigkeit für die Wähler in God's Own Country einem Kandidaten mehr anzukreiden, als wenn er seinem (ihm oder ihr mit Gottesschwur angetrauten) Partner Hörner aufsetzt oder in der Jugend ein bisschen Zeugs geraucht hat (vielleicht ja, um Gott zu schauen).

Die amerikanischen Atheisten sind arme Schweine. Die New York Times berichtet, dass eine Aktivistengruppe namens "Openly Secular" - wobei ja "offen säkular" nicht einmal "ungläubig" heißen muss - sich nun um eine Änderung der Grundgesetze von sieben Bundesstaaten bemüht, in denen die Gottgläubigkeit zur Erreichung eines öffentlichen Amtes Voraussetzung ist. Zwar hat der Oberste Gerichtshof der USA religionslosen Klägern stets Recht gegeben, denen Jobs vorenthalten wurden. Aber die Verordnungen blieben, obwohl sie dem Artikel VI der US-Verfassung widersprechen.

So muss man in Pennsylvania etwa an Himmel und Hölle glauben. Das kommt eigentlich als Klausel daher, die festhält, dass niemandem wegen seiner Religionszugehörigkeit ein Amt verweigert werden darf: Es reicht, wenn er an Gott glaubt und daran, dass es nach dem Ableben Belohnung oder Strafe gibt. Daraus spricht die Überzeugung, dass es unter Religiösen weniger Falotten gibt. Wer's glaubt, wird selig. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, 10.12.2014)

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