Ein Showdown und das Münchner Zünglein

9. Dezember 2014, 16:41
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In der Gruppe E rittern Manchester City und AS Roma um das zweite Achtelfinalticket neben den Bayern. Die Münchner selbst müssen sich den Ambitionen von ZSKA Moskau entgegenstellen

Großer Name, großes Zittern: Manchester City muss vor dem finalen Gruppenspiel bei Konkurrent AS Roma am Mittwoch (20.45 Uhr) um den Aufstieg ins Achtelfinale der Champions League bangen. Englands Meister benötigt zumindest ein Remis, besser noch einen Sieg und ist zugleich auf fremde Schützenhilfe angewiesen. Selbst ZSKA Moskau darf in Gruppe E noch hoffen.

Während Bayern München mit zwölf Punkten über dem Rest thront, geht das große Zittern um. City, Roma und ZSKA halten alle bei fünf Punkten. Verlieren die Russen in München, würde City auch ein Remis mit zumindest einem Tor reichen. Bei einer Niederlage spielen die Engländer hingegen nicht einmal in der Europa League weiter. Bitter, dass sich Goalgetter Sergio Agüero beim 4:1 in Sunderland am Wochenende eine Knieverletzung zuzog und Mittelfeldmann Yaya Toure gesperrt fehlt.

Herkules

Citizens-Verteidiger Pablo Zabaleta gab sich vor der Herkulesaufgabe gegen die Römer, die in Manchester ein 1:1 geholt hatten, dennoch selbstsicher. "Unser Selbstvertrauen ist hoch", erklärte der Argentinier. Gegenüber dem Hinspiel hätte man sich zudem stark gesteigert. "Wir sind nun ein viel besseres Team", meinte der 29-jährige Vizeweltmeister. In der CL blieb der millionenschwere Scheich-Club bisher vieles schuldig. Bisher scheiterte man zweimal in der Gruppenphase, zuletzt kam das Aus im Achtelfinale.

Auch für Rom geht es um einiges. "Alles in einer Nacht. Das Weiterkommen in der Champions League, mindestens zehn bis zwölf Millionen in den Vereinskassen, die Transfers im Jänner, das Zurückerobern der verlorenen Sicherheiten. Gegen Manchester City geht es für Rom um all das", schrieb "Tuttosport". Für das Gruppenfinale hat der Zweite der italienischen Liga am Wochenende Kapitän Francesco Totti geschont. "Wir haben gute Möglichkeiten, eine Runde weiterzukommen. Wir sind eine große Mannschaft. Das müssen wir zeigen. Ich erwarte im Stadion eine Hölle", sagte Alessandro Florenzi.

Schwärmen

Bei den Bayern hofft der lange verletzte Bastian Schweinsteiger im Heimspiel gegen Schlusslicht ZSKA auf seinen ersten Saisoneinsatz von Beginn an, die Stimmung ist schon davor denkbar gut. "Unser Trainer ist taktisch sensationell. Es gab noch nie so eine Phase, wie wir sie jetzt haben", schwärmte Kapitän Philipp Lahm bei Sky über Josep Guardiola. "Dass man jedes Spiel dominiert, jedes Spiel wirklich gut Fußball spielt. Wir können gar nicht mehr schlecht spielen. Das ist ein großer Anteil des Trainers, plus die Variabilität in unserem Spiel."

Den nach wie vor ohne den verletzten David Alaba spielenden Bayern, die laut Guardiola personell rotieren werden, winkt das beste Abschneiden in einer CL-Gruppenphase. Der deutsche Rekordmeister könnte zum dritten Mal nach sechs Gruppenspielen 15 Punkte auf seinem Konto haben. Ein Sieg mit vier Treffern würde den Münchnern zusätzlich auch die beste Tordifferenz bescheren. Das wäre eine Vereinsbestmarke.

Hoffnung

In Gruppe G sind es Christian Fuchs und Schalke 04, die auf das zweite und letzte noch zu vergebende Achtelfinalticket hoffen dürfen. Beflügelt vom Aufschwung in der Bundesliga will man sich im schwierigen Finale von Maribor das Weiterkommen sichern und dem derzeit zweitplatzierten Sporting Lissabon das Nachsehen geben. Nur ein Sieg würde den Knappen dabei helfen, selbst dann muss aber Sporting beim bereits als Gruppensieger feststehenden Chelsea verlieren. Geht das Team von Roberto Di Matteo in Slowenien gar als Verlierer vom Platz, ist das internationale Treiben vorbei.

Die diesbezügliche Angst hält sich aber in Grenzen, scheint doch die weiterhin verletzungsgeplagte Revierelf das neue 3-5-2-System von Di Matteo immer besser zu verstehen und umzusetzen. Weitere Flexibilität erlangt die Elf durch die Doppelspitze mit Klaas-Jan Huntelaar und Eric Choupo-Moting. "Wir sind unberechenbarer, wenn wir zwei Stürmer haben. Das macht uns gefährlicher", erklärte Di Matteo. Der Italiener, der Chelsea 2012 zum Triumph in der Königsklasse führte, vertraut darauf, dass sich sein Ex-Klub gegen Sporting voll engagiert. "Meine Erfahrung aus England ist, da gibt es keine Freundschaftsspiele. Chelsea wird sicher versuchen zu gewinnen."

Entschieden

In Gruppe F ist es das Spitzenspiel zwischen dem FC Barcelona (12) und Leader Paris St. Germain (13), das über die Plätze eins und zwei entscheidet, während es für die Nachzügler Ajax Amsterdam (2 Punkte) und APOEL Nikosia (1) nur noch um ein internationales Überwintern geht. Der ehemalige Barca-Stürmer Zlatan Ibrahimovic kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück – die volle Aufmerksamkeit von Barcelona-Coach Luis Enrique ist ihm gewiss. "Wenn er auf normalem Level spielt, ist es sehr schwer, ihn zu stoppen", sagte er über den PSG-Star. Für Barca geht es auch um die Verlängerung einer Serie: Seit der Saison 2006/07 hat man die Gruppenphase stets auf Rang eins abgeschlossen. (APA, 9.12.2014)

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    foto: apa/epa/powell

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