Stammzellen aus menschlicher Nase heilen Parkinson bei Ratten

9. Dezember 2014, 15:47
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Transplantation adulte menschliche Stammzellen verbesserte die Nervenfunktionen bei Ratten deutlich

Bielefeld/Dresden - Forscher der Universitäten Bielefeld und Dresden haben zum ersten Mal adulte menschliche Stammzellen verwendet, um Parkinson bei Ratten zu heilen. Die neuen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung könnten eines Tages dazu führen, eine Zelltherapie für die volle Heilung auch bei Menschen zu entwickeln, wie die Wissenschafter aktuell in "Stem Cells Translational Medicine" berichten.

Parkinson äußert sich beim Menschen anfangs mit Zittern, später werden Bewegungsabläufe immer langsamer und die Muskeln steif. Bei der bis dato unheilbaren Erkrankung geht der dopaminerge Typ von Nervenzellen zugrunde, also die Zellen, die auf den Botenstoff Dopamin reagieren.

Besserung zwölf Wochen nach Transplantation

Das Forscherteam fand nun heraus, dass dopaminerge Neuronen im Labor aus den sogenannten "inferior turbinate stem cells" (ITSCs) gewonnen werden können. Diese Stammzellen werden aus der menschlichen Nasenmuschel isoliert. Die Wissenschafter untersuchten dann, wie sich ITSCs verhalten, wenn sie in Ratten transplantiert werden, die zuvor experimentell erzeugt Parkinson entwickelten.

Vor der Transplantation zeigten die Ratten schwere Motorik- und Verhaltensdefizite, sie liefen zum Beispiel nur noch im Kreis. Zwölf Wochen nach der Injektion von ITSCs seien die Zellen innerhalb des Gehirns gewandert, die Nervenfunktion hätten sich entscheidend verbessert, heißt es in der Studie.

Ethisch unbedenkliche Stammzellen

Das Verhalten der transplantierten Tiere habe sich ebenfalls positiv verändert, sie liefen demnach wieder normal. Außerdem beobachteten die Forscher, dass sich nach der Transplantation dieser adulten Stammzellen keine Tumore entwickelten. Wenn embryonale Stammzellen zur Therapie verwendet werden, gilt das bisher als Risiko.

"Weil sie leicht zugänglich sind, eignen sich ITSCs besonders gut für die regenerative Medizin" sagt Barbara Kaltschmidt von der Universität Bielefeld. "Ein entscheidender Vorteil ist auch: Es gibt keine ethischen Bedenken wie beim Einsatz von humanen embryonalen Stammzellen." (red, derStandard.at, 9.12.2014)

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