Pflanze erhöht Fruchtbarkeit von Insekten

13. Dezember 2014, 20:37
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Der Noni-Baum und die Seychellenfliege ergänzen einander in erstaunlicher Weise, wie deutsche Forscher herausfanden

Jena - Zum alten Spruch "Der Körper braucht's, der Apfel hat's" gibt es eine ganz spezielle Version im Insektenreich: Wissenschafter des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena haben herausgefunden, warum die auf den Seychellen beheimatete Fruchtfliege Drosophila sechellia ausschließlich die Früchte des Noni-Baumes (Morinda citrifolia) als Nahrungsquelle nutzt und für die Eiablage aufsucht - und das, obwohl diese Früchte eigentlich für Insekten giftig sind. Die Pflanze liefert nämlich eine Substanz, die die Fruchtfliegen zur Vermehrung brauchen.

Wie die Forscher um Sofia Lavista Llanos und Bill Hansson berichten, ist in den weiblichen Fliegen ein Gen mutiert, das zu einer verminderten Produktion von Eiern führt. Den Fliegen fehlt L-DOPA, eine Vorstufe des Hormons Dopamin, das die Fruchtbarkeit steuert. Die Noni-Frucht aber enthält große Mengen genau dieser Substanz. Nehmen die Fliegen L-DOPA mit ihrer Nahrung auf, können sie ihr genetisches Defizit wieder ausgleichen und dadurch den Fortpflanzungserfolg deutlich verbessern.

Und was die Giftigkeit der Früchte anbelangt: Die selbe Genmutation, die die verminderte Produktion von Eiern verursacht, ist auch dafür verantwortlich, dass die Fliegen gegen das Gift der Früchte resistent geworden sind. (red, derStandard.at, 13. 12. 2014)

  • Die Frucht des Noni-Baums ist giftig, aber das macht der Seychellenfliege nichts. Dieselbe Genmutation, die sie vor dem Gift schützt, sorgt allerdings auch dafür, dass sie auf diese Frucht angewiesen ist.
    foto: anna schroll

    Die Frucht des Noni-Baums ist giftig, aber das macht der Seychellenfliege nichts. Dieselbe Genmutation, die sie vor dem Gift schützt, sorgt allerdings auch dafür, dass sie auf diese Frucht angewiesen ist.

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