Österreich will bei Hypo-Milliarden hart bleiben

9. Dezember 2014, 14:00
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Insider: "Frist der Bayern fiktiv"

Wien/Klagenfurt - Die Republik Österreich bleibt - wie von mehreren Insidern am Dienstag auf APA-Anfrage verlautete - dabei und will von der BayernLB ultimativ geforderte 2,4 Milliarden Euro weiter einbehalten. Es tobt ein harter Gerichtsstreit darum, ob es sich um Kredite der BayernLB in ihrer Ex-Tochter Hypo (jetzt Heta) handelt oder um Eigenkapital.

Aus bayerischer Sicht hat man mit der Forderung schlicht die "Garantie" auf die Summe gezogen. Die Bayerische Landesbank (BayernLB) hat vor zwei Wochen ein Ultimatum an Österreich gerichtet: Zahlung bis Mittwoch, 10. Dezember.

Die Milliardensumme ist Gegenstand eines offenes Verfahrens, die neue Frist der Bayern sei fiktiv, wird in Wien argumentiert. Zuallererst müsse die BayernLB belegen, dass es überhaupt einen Zahlungsanspruch gegen die Republik gebe.

Am Münchener Landgericht I läuft ein entsprechender Zivilprozess, bei dem es um insgesamt 4,8 Mrd. Euro geht - weil die Hypo bzw. die Republik 2,4 Mrd. Euro einbehalten hat, nachdem sie bis vor zwei Jahren bereits 2,4 Mrd. Euro zurückbezahlt hatte. Aus Sicht der ehemaligen Hypo Alpe Adria hätten die Bayern - wegen der damals schon offenkundigen Krise - wissen müssen, dass die Gelder eigenkapitalersetzend gewesen seien.

Von den NEOS hieß es heute auf Nachfrage am Rande einer Pressekonferenz zum Hypo-Desaster, dass man "die Position von Finanzminister Schelling teilt, dass es sich bei den 2,4 Milliarden der Bayern um Eigenkapitalersatz handelt". Das Finanzministerium habe aber "sehr lange gebraucht, bis diese Position klar wurde", hieß es in Anspielung auf die Milliardensumme, die vor dem Rückzahlungsstopp Ende 2012 schon zurückgezahlt worden war.

Sollte Österreich nicht bis zum morgigen 10. Dezember zahlen, könnte die BayernLB die Republik direkt klagen. Das hat die BayernLB vor zwei Wochen deponiert. (APA, 9.12.2014)

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