Neue Wirkstoffe gegen das Dengue-Virus

9. Dezember 2014, 13:39
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Deutsche Forscher stellen neue Hemmstoffe gegen ein Dengue-Enzym vor, die sehr gute Ergebnisse erzielen

Würzburg - Das Dengue-Fieber, durch ein Virus verursacht, kann tödlich sein. Wie bei Ebola gibt es bislang kein Mittel und keine Impfung dagegen. Bei der Suche nach Medikamenten gegen das Dengue-Virus konzentriert sich die Wissenschaft auf ein bestimmtes Enzym des Erregers, die so genannte Protease NS2B/NS3.

Der Grund: Hemmstoffe gegen ähnliche Proteasen haben sich bei anderen Viren als sehr wirksam gezeigt. So werden bei der Behandlung von HIV- und Hepatitis-Patienten Protease-Hemmstoffe bereits erfolgreich eingesetzt. Gegen die Dengue-Protease gibt es ebenfalls einige Hemmstoffe. Sie sorgen aber bestenfalls dafür, dass sich die Hälfte der Viren nicht mehr vermehren kann, was für klinische Anwendungen zu wenig ist.

Potente, hochspezifische Hemmstoffe

Forscher der Universitäten Würzburg und Mainz berichten nun im Fachjournal "Antimicrobial Agents and Chemotherapy" von der Entdeckung weitaus besserer Hemmstoffe: "Wir haben sieben gute bis sehr gute Hemmstoffe aus der Molekülklasse der Diaryl-Thioether entwickelt, und zwei davon sind sogar richtig gut", sagt der Würzburger Virologe Jochen Bodem. Beim Einsatz der beiden vielversprechendsten Hemmstoffe würden schon bei sehr niedrigen Wirkstoff-Konzentrationen nur rund drei Prozent der Virenpopulation in einer Zellkultur überleben.

Aus Sicht der medizinischen Forschung ist das ein sehr gutes Ergebnis, zumal die Hemmstoffe - wie gewünscht - hoch spezifisch sind: Sie richten sich ausschließlich gegen Dengue-Viren und haben nicht einmal Auswirkungen auf sehr nahe Verwandte wie das Hepatitis-C-Virus.

Das Dengue-Fieber kommt ursprünglich in den Tropen vor. Seit einigen Jahren tritt es aber auch in anderen warmen Regionen der Erde auf, etwa am Mittelmeer. Forscher führen das auf den Klimawandel zurück: Die Stechmücken, die das Virus auf den Menschen übertragen, können durch die zunehmende Erderwärmung ihren Lebensraum ausdehnen. (red, derStandard.at, 9.12.2014)

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