Ungarischer Minister warnte vor Milchprodukten aus Österreich

9. Dezember 2014, 12:07
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Ungarn sollen wegen HCB-Belastung heimische Erzeugnisse wählen

Budapest - Ungarns Agrarminister Sandor Fazekas hat vor HCB-verseuchter Milch aus Österreich gewarnt. Anstatt österreichischer Milchprodukte sollten die Ungarn besser heimische Erzeugnisse wählen. Die österreichischen Produkte werden zudem einer "besonders strengen Kontrolle" unterzogen.

Laut einer Aussendung hätte das Ministerium erst durch Pressemitteilungen von der Verseuchung von Rohmilch in Kärnten mit dem Umweltgift HCB (Hexachlorbenzol) erfahren. "Vorsicht mit der österreichischen Milch", schrieben ungarische Medien am Dienstag. Der Minister habe die strenge Kontrollen durch das ungarische Amt für Lebensmittelsicherheit angeordnet, da die HCB-kontaminierte Milch laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) krebserregend sei.

Mehr eigene Milchprodukte absetzen

Das heimische Landwirtschaftsministerium wollte die ungarischen Bedenken auf Anfrage der APA nicht kommentieren. Produkte der HCB-betroffenen Klein-Molkerei im Kärntner Görtschitztal sind niemals in den Export gelangt, wie bei "Sonnenalm" am Dienstag betont wurde. Die Milchprodukte von "Sonnenalm" wurden regional im Mittelkärntner Raum verkauft; der Betrieb ist eingestellt. Einige Agrarier meinten auf Anfrage, dass es Ungarn wohl - wie vom dortigen Landwirtschaftsminister Sandor Fazekas gewünscht - darum gehe, mehr eigene Milchprodukte im Heimatland abzusetzen. Einige heimische Groß-Molkereien vertreiben dort ihre Produkte.

Dazu könnte noch kommen, dass es kürzlich einen Streit zwischen Fazekas und dem heimischen Agrarminister Andrä Rupprechter (ÖVP) über die umstrittenen ungarischen Bodengesetze gab, zu denen auch auf österreichisches Betreiben ein EU-Verfahren (Vertragsverletzungsverfahren) eröffnet wurde, über die sich die ungarische Regierungspartei Fidesz naturgemäß wenig freut. Rupprechter reagierte im Oktober erfreut über die Einleitung des Verfahrens. Budapest verurteilte den EU-Mahnbrief als Werk von Geschäftslobbys. (APA, 9.12.2014)

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