Bubka: Nach Doping-Vorwürfen gegen Russland "rasch handeln"

8. Dezember 2014, 19:59
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IAAF-Vize und ehemaliges Stabhochsprung-Ass "geschockt" - Sportminister spricht von Einzelfällen

Monte Carlo - Ex-Stabhochsprung-Ass Sergej Bubka und sein IOC-Kollege Richard Pound haben nach den schweren Doping-Vorwürfen gegen den russischen Sport eine schnellstmögliche Untersuchung und Aufklärung gefordert. "Als Vizepräsident der IAAF (Leichtathletik-Weltverband) bin ich zutiefst geschockt", sagte Bubka. Jetzt müsse schnell und transparent gehandelt werden, um die Integrität unseres Sports zu schützen.

"Die IAAF muss den Fall schnell aufklären", forderte der Kanadier Pound. Aus Gründen der Glaubwürdigkeit dürfe sich die Untersuchung nicht über zwei, drei Jahre hinziehen wie bei der FIFA, meinte der ehemalige Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht" hatte zum Teil heftige Reaktionen ausgelöst. Sie beschuldigt Russland eines breit angelegten Dopings im Spitzensport sowie systematischer Vertuschung. Besonders betroffen scheint die Leichtathletik.

Russischer Sportminister: "Einzelfälle"

Der russische Sportminister Witali Mutko hat denn auch sorgfältige Untersuchungen in der Causa angekündigt. Den aufgeführten Fällen werde nachgegangen, kündigte er in einem Brief an den WADA-Präsidenten Craig Reedie an.

"Einzelfälle dürfen aber keinen Schatten auf das ganze System des Sports werfen", mahnte der Minister. Russland achte die Prinzipien der WADA. Mutko erklärte, alle Sportler, die in dem Film zu Wort kämen, seien des Dopings überführt worden. Dies müsse bei der Bewertung des Films berücksichtigt werden.

Der Sportausschuss der Staatsduma wies die Vorwürfe als gezielte Abwertung zurück. Russische Athleten sollten vor Wettkämpfen mit Gerüchten und Angst vor zusätzlichen Kontrollen verunsichert werden, meinte der Ausschuss-Vorsitzende Igor Ananskich laut der Agentur Interfax. Die Vorwüfe kämen just zu einer Zeit, in der Russlands Sportler international Erfolg hätten. "Das kann man nicht anders bezeichnen als unehrenhaften Wettbewerb", kritisierte er. (APA/red - 8.12. 2014)

  • Sergej Bubka weiß den Baron Pierre de Coubertin hinter sich.
    foto: reuters/balibouse

    Sergej Bubka weiß den Baron Pierre de Coubertin hinter sich.

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