Erfinder der ersten Videospiel-Konsole verstorben

8. Dezember 2014, 14:12
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Ralph Baer erfand vor über 40 Jahren das erste System für Spiele am TV – Nintendo, Atari und Co mussten Lizenzen zahlen

Heute sind Videospiele ein nicht wegzudenkender Teil der Unterhaltungsbranche: Der Markt ist milliardenschwer, außerdem ist unbestritten, dass Games für technische Innovationen und Fortschritt sorgen. Zu verdanken ist das vor allem einem US-Amerikaner namens Ralph Baer, der 1966 die Idee zu einem "Home Entertainment Set" haben sollte, das fünf Jahre später die erste Videospielkonsole für Daheim werden sollte. Jetzt ist Baer 92-jährig im US-Bundesstaat New Hampshire verstorben.

Game Box

Die Idee kam Baer, als er gerade bei einem Rüstungsunternehmen unter Vertrag stand. Angeblich wartete er auf den Bus, als ihm einfiel, dass man ja den Fernseher leicht zu einem Medium für Spiele machen könnte. Er schlug die Idee seinem Chef vor, der gab ihm Zeit und einige tausend Dollar – die "Game Box" war geboren. 1971 wurde das Patent angemeldet, kurz darauf brachte die Firma Magnavox mit dem "Odyssey" das erste System auf den Markt. Binnen einen Jahres wurden 130.000 Stück abgesetzte.

100 Millionen Dollar an Lizenzen

Alle folgenden Konsolen – Atari, Nintendo und Co – mussten dabei immer wieder Lizenzgebühren an Baer und seinen Arbeitgeber zahlen. Nicht immer freiwillig: Rund hundert Millionen Dollar wurden durch Rechtsstreitigkeiten errungen. Auch das zeigt, wie wichtig Baer für die Videospielbranche wor. Wie der Videospiel-Historiker Keith Feinstein in der New York Times vermerkt: Baers Idee sei "der Beginn einer Revolution der Gedanken" gewesen. (fsc, derStandard.at, 8.12.2014)

Links:

NYT

  • Baer 2009 bei einem Deutschland-Besuch
    foto: epa/carstensen

    Baer 2009 bei einem Deutschland-Besuch

  • Magnavox' Odyssey basierte auf Baers Konzept
    foto: public domain

    Magnavox' Odyssey basierte auf Baers Konzept

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