Schäuble: Griechenland braucht mehr Zeit

8. Dezember 2014, 09:47
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Deutschlands Finanzminister sieht Griechenland bei den Reformbemühungen auf gutem Weg, aber nicht in der Zeit

Brüssel - Griechenland braucht nach Ansicht des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble "notfalls" mehr Zeit bei der Sanierung. Der Bericht der Troika zeige, dass "etwas mehr Zeit" erforderlich sei.

Bei Griechenland "haben wir in den letzten Jahren gesehen, dass das immer ein bisschen länger dauert. Das ist immer schwierig. Aber insgesamt ist Griechenland auf gutem Weg", so Schäuble Montag vor Beginn der Sondersitzung der Eurogruppe zu den Budgetentwürfen für 2015 der Länder der Währungsunion.

Insgesamt gehe es um die Stabilisierung des Euro. "Wir sind noch nicht über den Berg, aber gut vorangekommen".

Schäuble will Ländern mehr Zeit geben

Generell trat Schäuble dafür ein, Ländern wie Frankreich oder Italien mehr Zeit zur Umsetzung der Reformen zu geben. Natürlich müssten Regeln für alle gelten, aber "man muss immer bedenken, was möglich ist, was ein Land leisten kann".

Auf Sanktionen gegen Frankreich angesprochen, um Paris zur Raison bringen zu können, winkte Schäuble ab. "Das ist nicht die Betrachtungsweise, wie man Europa voranbringen kann. Frankreich ist ein großes stolzes Land. - Jedes Land hat seine eigenen Lasten und Geschichte. Wir bringen uns nicht gegenseitig zur Raison". Auch Italien habe "beachtliche Reformen" im Bereich Arbeitsmarkt gesetzt. "Wir sind alle auf dem richtigen Weg", so Schäuble.

Frankreich verliert an Schwung

Frankreich verliert am Jahresende nach Prognose der Notenbank wieder an Schwung. Im vierten Quartal dürfte es nur zu einem Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozent reichen, sagte die Banque de France am Montag in Paris voraus. Im Sommer war das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,3 Prozent gewachsen, nachdem es im Frühjahr geschrumpft war.

Die EU-Kommission sagt der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im zu Ende gehenden Jahr nur ein Wachstum von 0,3 Prozent voraus. 2015 sollen es dann 0,7 Prozent sein. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit. Sie erreichte zuletzt mit knapp 3,5 Millionen einen Rekordwert. (APA, 8.12.2014)

  • Protest in Athen.
    foto: ap/tsiromis

    Protest in Athen.

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