70 Flüchtlinge vor der Küste Jemens ertrunken

8. Dezember 2014, 15:04
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Schlepperboot kentert in rauer See

Sanaa - Vor der jemenitischen Küste sind bei einem Bootsunglück 70 äthiopische Flüchtlinge ertrunken. 21 Leichen seien bisher geborgen worden, meldete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Montag. Die Suche nach weiteren Opfern dauere an. Das Boot war nach UN-Angaben in der Nacht zum Samstag nahe der Hafenstadt Al-Makha gekentert.

Das Innenministerium in Sanaa machte schlechtes Wetter für das Unglück verantwortlich. Das Flüchtlingsboot sank in der Nähe der Meeresstraße Bab al-Mandeb. Alle 70 Passagiere seien tot, hieß es in der Erklärung des jemenitischen Innenministeriums. Das Boot gehöre einem bekannten Menschenschmuggler. Nach ihm werde gefahndet.

In den Gewässern zwischen dem Horn von Afrika und der arabischen Halbinsel kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken. Oft steigen die Flüchtlinge in vollkommen überfüllte Boote, die den Bedingungen auf hoher See nicht standhalten. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks kamen von Jänner bis Ende Oktober mehr als 200 Migranten aus Afrika bei Schiffsunglücken vor der Küste Jemens ums Leben. Der bisher tödlichste Unfall in diesem Jahr ereignete sich Anfang Oktober, als 64 Flüchtlinge und drei Besatzungsmitglieder aus Somalia kommend das Meer überqueren wollten.

Jedes Jahr versuchen tausende Menschen vom Horn von Afrika auf dem Seeweg in den Jemen zu gelangen, um von dort aus in wohlhabendere Länder wie Saudi-Arabien oder die Golf-Staaten weiterzureisen. In den vergangenen fünf Jahren erreichten mehr als 500.000 Menschen aus Eritrea, Äthiopien oder Somalia über das Rote Meer oder den Golf von Aden den Jemen. (APA/Reuters, 8.12.2014)

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