Weltrekord-Rekord bei Schwimm-WM

7. Dezember 2014, 19:45
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23 Bestzeiten bei Kurzbahn-Titelkämpfen in Doha - Schwedin Sjöström mit deren zwei - Brasilien gewinnt Medaillenwertung

Doha - Weltrekord-Rekord bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Kurzbahn-WM der Schwimmer in Doha: 23 Bestzeiten wurden im Hamad Aquatic Centre aufgestellt - so viele wie nie zuvor bei Weltmeisterschaften im 25-m-Becken.

Damit überbot die Weltelite die Ausbeute der WM 2008. In Manchester waren 17 Weltrekorde gefallen, als die neuen High-Tech-Anzüge die Schwimmwelt revolutionierten. In Doha herausragend: Vierfach-Weltmeisterin Katinka Hosszu (Ungarn), die allein für vier neue Weltrekorde verantwortlich zeichnete.

Die niederländischen Freistilsprinterinnen um Doppel-Olympiasiegerin Ranomi Kromowidjojo begannen den Schlusstag über 4x50 m mit den Bestmarken Nummer 18 im Vorlauf (1:35,74) und Nummer 19 im Finale (1:34,24) die Jagd. Es folgten die Brasilianerin Etiene Medeiros über 50 m Rücken (25,67), der Deutsche Markus Deibler mit seinem sensationellen Sieg über 100 m Lagen (50,66) sowie die Schwedin Sarah Sjöström über 100 m Schmetterling (54,61) und 200 m Freistil (1:50,78).

Brasilianer die Nummer eins

Mit vier Titeln am Schlusstag und insgesamt sieben Goldmedaillen lag das brasilianische Team im Medaillenspiegel überraschend vor Ungarn auf Platz eins. Kraul-Star Cesar Cielo Filho entschied die "Königsdisziplin" 100 m Kraul in einem packenden Duell in 45,71 Sekunden mit 6/100 vor Frankreichs Star Florent Manaudou für sich, seine Landsfrau Etiene Medeiros siegte im Rückensprint. In 25,67 entriss sie der Kroatin Sanja Jovanovic deren fünf Jahre alten Weltrekord (25,70).

Brust-Spezialist Felipe Franca, der letzten Herren-Entscheidung mit Guilherme Guido, Marcos Marcedo und Cielo Filho in 3:21,14 Minuten auch den dritten Lagen-Endlauf gewann, transportiert gleich fünf Goldmedaillen zurück nach Südamerika.

Lochte ohne Einzel-Gold

Der Deutsche Markus Deibler gab sich mit einer Kontinental-Bestmarke nicht zufrieden, er gewann die 100 m Lagen mit dem Weltrekord von 50,66 Sekunden. US-Star Ryan Lochte wurde Dritter und ließ ebenso seine früheren Finisher-Qualitäten vermissen wie davor bei Platz zwei über 200 m Rücken. Während da Platz eins in 1:47,38 an den Polen Radoslaw Kawecki ging, blieb Lochte ohne Einzel-Gold.

1:48,61 über 200 m Delfin bedeuteten für den Südafrikaner Chad Le Clos den totalen Triumph auf den Delfin-Strecken. Zudem hatte er über 200 m Kraul gesiegt.

Bei den Damen stellte Sjöström alles in den Schatten. Zunächst blieb die Skandinavierin in 54,61 als erste Frau über 100 m Delfin unter 55 Sekunden, gut eine Stunde später über 200 m Kraul in 1:50,78 als Erste unter 1:51. Die bisherigen Topmarken auf diesen Strecken datierten wie so viele aus dem letzten Jahr der Ära der Ganzkörperanzüge.

Österreicher als Randnotiz

Für die Teilnehmer aus Österreichischen gab es am Schlusstag kein Top-Resultat. Lisa Zaiser war nach den Vorläufen über 200 m Kraul 27., Claudia Hufnagl landete mit einer neuen persönlichen Bestzeit auf Platz 31. Über 1.500 m Kraul kam Felix Auböck auf den 22. Zwischenrang.

Hufnagl hatte am Vormittag für einen durchaus positiven Auftakt gesorgt. Die 18-Jährige schlug in 1:58,97 Minuten an und verbesserte ihre persönliche Bestleistung so um fast zwei Sekunden. (sid/red - 7.12. 2014)

ERGEBNISSE Kurzbahn-WM Doha/Finalsession am Sonntag:

DAMEN:

  • 50 m Kraul: 1. Ranomi Kromowidjojo (NED) 23,32 Sekunden - 2. Bronte Campbell (AUS) 23,62 - 3. Dorothea Brandt (GER) 23,77
  • 50 m Rücken: 1. Etiene Medeiros (BRA) 25,67 Sekunden (Weltrekord, bisher Sanja Jovanovic/CRO 25,70) - 2. Emily Seebohm (AUS) 25,83 - 3. Katinka Hosszu (HUN) 25,96
  • 100 m Delfin: 1. Sarah Sjöström (SWE) 54,61 (Weltrekord, bisher Diane Bui Duyet/FRA 55,05) - 2. Lu Ying (CHN) 55,25 - 3. Jeanette Ottesen (DEN) 55,32
  • 200 m Kraul: 1. Sarah Sjöström (SWE) 1:50,78 Minuten (Weltrekord, bisher Federica Pellegrini/ITA 1:51,17) - 2. Katinka Hosszu (HUN) 1:51,18 - 3. Femke Heemskerk (NED) 1:51,69
  • 200 m Brust: 1. Kanako Watanabe (JPN) 2:16,92 - 2. Rie Kaneto (JPN) 2:17,43 - 3. Rikke Möller Pedersen (DEN) 2:17,83
  • 4 x 50 m Kraul: 1. Niederlande (Inge Dekker, Femke Heemskerk, Maud van der Meer, Ranomi Kromowidjojo) 1:34,24 (Weltrekord, bisher Niederlande 1:35,74) - 2. USA (Madison Kennedy, Abbey Weitzeil, Natalie Coughlin, Amy Bilquist) 1:34,61 - 3. Dänemark (Jeanette Ottesen, Julie Larsen Levisen, Mie Österaard Nielsen, Pernille Blume) 1:35,48
  • 4 x 100 m Lagen: 1. Dänemark (Mie Östergaard Nielsen, Rikke Möller Pedersen, Jeanette Ottesen, Pernille Blume) 3:48,86 (Europarekord, bisher Dänemark 3:49,87) - 2. Australien (Madi Wilson, Sally Hunter, Emily Seebohm, Bronte Campbell) 3:50,31 - 3. Japan (Sayaka Akase, Kanako Watanabe, Rino Hosoda, Miki Uchida) 3:50,50

HERREN:

  • 50 m Brust: 1. Felipe Franca (BRA) 25,63 Sekunden (WM-Rekord) - 2. Adam Peaty (GBR) und Cameron van der Burgh (RSA) je 25,87
  • 100 m Kraul: 1. Cesar Cielo Filho (BRA) 45,75 Sekunden - 2. Florent Manaudou (FRA) 45,81 - 3. Danila Isotow (RUS) 46,09
  • 100 m Lagen: 1. Markus Deibler (GER) 50,66 (Weltrekord, bisher Ryan Lochte 50,71) - 2. Wladimir Morosow (RUS) 50,81 - 3. Ryan Lochte (USA) 51,24
  • 200 m Delfin: 1. Chad le Clos (RSA) 1:48,61 Minuten (WM-Rekord) - 2. Daiya Seto (JPN) 1:48,92 - 3. Pawel Korzeniowski (POL) 1:50,21
  • 200 m Rücken: 1. Radoslaw Kawecki (POL) 1:47,38 - 2. Ryan Lochte (USA) 1:48,20 - 3. Mitchell Larkin (AUS) 1:48,35
  • 1.500 m Kraul (Zeitläufe/49 Teilnehmer): 1. Gregorio Paltrinieri (ITA) 14:16,10 Minuten (WM-Rekord; Europarekord, bisher Jurij Prilukow/RUS) 14:16,13) - 2. Oussama Mellouli (TUN) 14:18,79 - 3. Ryan Cochrane (CAN) 14:23,35. Weiter: 30. Felix Auböck (AUT) 15:10,25
  • 4 x 100 m Lagen: 1. Brasilien (Guilherme Guido, Felipe Franca, Marcos Macedo, Cesar Cielo Filho) 3:21,14 - 2. USA (Matt Grevers, Cody Miller, Tom Shields, Ryan Lochte) 3:21,49 - 3. Frankreich (Florent Manaudou, Giacomo Perez-Dortona, Mehdy Metella, Clement Mignon) 3:22,26
  • Schwedens Sarah Sjöström, zweifache Weltrekordaufstellerin des Doha-Finaltages.
    foto: apa/epa/krämer

    Schwedens Sarah Sjöström, zweifache Weltrekordaufstellerin des Doha-Finaltages.

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