Krawalle am Todestag eines getöteten 15-Jährigen

7. Dezember 2014, 08:54
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Gewaltsame Zusammenstöße in Athen und Thessaloniki

Athen - Überschattet von Zusammenstößen mit der Polizei haben mehr als zehntausend Menschen in Griechenland an den 15-jährigen Alexis Grigoropoulos erinnert, der vor genau sechs Jahren durch Polizeischüsse getötet worden war. Nach Polizeiangaben gingen am Samstag in der Hauptstadt Athen laut Polizei rund 5.000 Menschen auf die Straße, laut Organisatoren 10.000. In Thessaloniki waren es rund 6.000.

"Die Flamme vom Dezember ist noch nicht erloschen" und "Kampf gegen die antisoziale Politik und die Repression", war auf Spruchbändern der Demonstranten in Athen zu lesen. Am Abend kam es in der Hauptstadt zu Ausschreitungen, die Polizei nahm mehr als 200 Demonstranten fest.

Gewalttätiger Protestmarsch

Bereits während des Protestmarsches zum zentralen Syntagma-Platz vor dem Parlament gingen Schaufensterscheiben zu Bruch, Bushaltestellen wurden demoliert. In den Seitenstraßen rings um den Platz warfen Demonstranten später Steine und Brandsätze. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Der Demonstrationszug teilte sich daraufhin. Im Stadtteil Exarchia gingen Mülltonnen in Flammen auf, die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Ein massives Aufgebot von Bereitschaftspolizei hielt die Menge von einem Hochschulgebäude in dem Viertel fern, das seit mehreren Tagen von Aktivisten besetzt wird, wie ein AFP-Korrespondent berichtete.

Zwischenfälle auch auf Kreta

Auch in der zweitgrößten Stadt Thessaloniki kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mit Tränengas gegen die Demonstranten vorging. Weitere Zwischenfälle gab es noch in vier weiteren Städten auf dem griechischen Festland und auf Kreta.

Die tödlichen Schüsse auf Grigoropoulos im alternativen Athener Stadtteil Exarchia am 6. Dezember 2008 waren damals der Auftakt zu wochenlangen Jugendrevolten ungekannten Ausmaßes. Am Todestag des 15-Jährigen wird immer wieder an den Vorfall vor sechs Jahren erinnert.

Heuer sprachen die Protestteilnehmer auch dem 21-jährigen Nikos Romanos ihre Unterstützung aus, einem Freund von Grigoropoulos, der den Tod des 15-Jährigen damals miterlebte. Romanos sitzt wegen eines Raubüberfalls im Gefängnis. Seit knapp einem Monat befindet er sich im Hungerstreik, um sein Recht, außerhalb des Gefängnisses zu studieren, einzufordern.

In den vergangenen Tagen hatte es in Griechenland bereits mehrere Solidaritätskundgebungen für den Anarchisten gegeben. Dabei war es in Athen am Dienstag auch zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Am Sonntagnachmittag wollten die Anarchisten erneut auf die Straße gehen. Die Gewerkschaften haben zudem zu einer Kundgebung gegen die Abstimmung über den griechischen Haushalt aufgerufen, die für den Abend geplant war. Ministerpräsident Antonis Samaras will am Montag die Eltern von Romanos treffen. (APA, 7.12.2014)

  • Zu besonders schweren Ausschreitungen kam es in Athen.
    foto: apa/epa/simela pantzartzi

    Zu besonders schweren Ausschreitungen kam es in Athen.

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