Erste Untersuchungen nach Mauereinsturz in Wiener Haus

7. Dezember 2014, 16:15
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Bewohner unverletzt in Sicherheit - Stiege im Innenhof war eingestürzt - Mieter durften über Drehleiter kurz in Wohnungen

Wien - Das Haus auf der Wiener Mariahilfer Straße, bei dem die Außenmauer eines Stiegenhauses weggebrochen ist, bleibt vorerst zum Teil unbewohnbar. Mieter durften am Sonntagvormittag allerdings in Feuerwehrbegleitung über eine Drehleiter durch Fenster kurz in ihre Wohnungen einsteigen, um Wertsachen, Dokumente und Medikamente zu holen. Bei den Erhebungen sind nun Statiker und Baupolizei am Zug.

Die Bewohner hatten am Samstag rasch ihre Unterkünfte verlassen müssen. "Es war Gefahr in Verzug und es gab keine Möglichkeit, wichtige Dinge mitzunehmen", sagte Feuerwehrsprecher Christian Feiler. Daher ermöglichte man ihnen heute einen kurzen Zutritt in die Wohnungen. Um die Drehleiter entsprechend zu positionieren, wurde die (äußere) Mariahilfer Straße bis kurz nach Mittag erneut gesperrt.

Risse entdeckt und Feuerwehr alarmiert

Das Haus auf der (äußeren) Mariahilfer Straße 178 war am Samstagnachmittag teilweise eingestürzt und musste von der Feuerwehr evakuiert werden. Fünf Bewohner wurden unverletzt in Sicherheit gebracht, die Umgebung großräumig gesperrt. Kurz vor 18.00 Uhr konnte die Straße wieder für den gesamten Verkehr freigegeben werden.

Eine Hausbewohnerin hatte gegen 15.00 Uhr Risse entdeckt und die Feuerwehr alarmiert, so deren Sprecher Christian Feiler. Von den Experten wurde die Situation als gefährlich eingeschätzt und die fünf anwesenden Bewohner in Sicherheit gebracht. Unmittelbar darauf stürzte eine der drei Stiegen ein, ebenso ein Teil der Außenmauer im Innenhof.

An dem Altbau mit drei Stockwerken finden derzeit Bauarbeiten statt. Die Einsatzkräfte nahmen Kontakt mit der Baufirma auf, um gemeinsam zu eruieren, wie gefährdet das Objekt nach dem Stiegeneinsturz ist. Es muss nun geklärt werden, ob es einen Zusammenhang mit dem Einsturz gibt.

Die Gegend wurde großräumig abgesperrt, davon betroffen waren neben dem Autoverkehr auch Fußgänger und zwei Straßenbahnlinien. Ausweichmöglichkeiten ergaben sich über die Felberstraße oder die Hütteldorfer Straße.

Merlin und Mim gerettet

Noch während dieser Arbeiten meldete sich ein junges Pärchen bei den Einsatzkräften und berichtete, dass sie ihre Katzen in der Wohnung im dritten Stock zurückgelassen hatten. Die Feuerwehr barg das acht Monate alte Katzenpärchen "Merlin" und "Mim" mit einer Drehleiter.

Kein Zusammenhang mit Explosion im April

Das Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe jenes Gebäudes, in dem Ende April ein 19-jähriger Selbstmörder durch Manipulation einer Gasleitung eine folgenschwere Explosion ausgelöst hat. Der Sprecher der Feuerwehr, die mit etwa 80 Mann im Einsatz war, betonte, dass zwischen den beiden Vorfällen kein Zusammenhang bestand.

Am Samstag gegen 17.45 Uhr wurde entschieden, dass die Sperre aufgehoben werden kann. Ebenso wäre es aus rein statischen Gründen möglich gewesen, einen Teil des Gebäudes wieder für die Bewohner freizugeben. Doch die Wohnungen waren laut Feiler ohne Wasser-, Strom- und Gasversorgung, weshalb für die Betroffenen Ersatzquartiere organisiert wurden. (APA, 7.12.2014)

  • Das einsturz-gefährdete Haus in der Mariahilferstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk wurde evakuiert.
    foto: apa/helmut fohringer

    Das einsturz-gefährdete Haus in der Mariahilferstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk wurde evakuiert.

  • Niemand wurde bei dem Einsturz der Stiege verletzt.
    foto: apa/helmut fohringer

    Niemand wurde bei dem Einsturz der Stiege verletzt.

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