Iran bestätigte Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak

6. Dezember 2014, 09:50
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Vize-Außenminister: "Wir verteidigen Interessen unserer Freunde"

London/Bagdad - Die Regierung in Teheran hat erstmals bestätigt, dass iranische Kampfflugzeuge Luftangriffe auf Stellungen der Terroristengruppe "Islamischer Staat" (IS) im Irak geflogen sind. Vize-Außenminister Ebrahim Rahimpour sagte am Freitag der britischen Zeitung "The Guardian", der Iran sei Luftangriffe zur "Verteidigung der Interessen unserer Freunde im Irak" geflogen.

Dabei handle es sich um die Regierung in Bagdad und die autonomen Kurden-Gebiete im Nordirak. Der Iran koordiniere seine Luftangriffe im Irak nicht mit den USA, sondern nur mit der irakischen Regierung, betonte Rahimpour.

Iran nicht Teil der Koalition

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, es habe Hinweise auf Angriffe iranischer Kampfjets auf IS-Stellungen. Teheran bestätigte das zunächst nicht. Der internationalen Koalition im Kampf gegen den IS gehört der Iran nicht an. Sowohl im Iran als auch im Irak stellen die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit. Die schiitisch geführte Regierung in Bagdad pflegt gute Kontakte zur Führung in Teheran.

Internationale Konferenz geplant

Der Iran will sich bei der Bekämpfung der Terrormiliz IS mit einer internationalen Konferenz einbringen. An der Tagung "Gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus" am 9. und 10. Dezember in Teheran nehmen Vertreter aus mehr als 40 Ländern teil. Darunter seien auch die Außenminister Syriens und des Irak, sagte Konferenzleiter Mostafa Zahrani am Samstag.

Zugesagt hätten auch ehemalige Ministerpräsidenten und Außenminister aus Europa und dem arabischen Raum, so Zahrani bei einer Pressekonferenz. Aus den USA werden lediglich Politologen erwartet.

Im Kampf gegen den Islamismus hat der Westen nach Zahranis Worten eine neue Sicht auf den Iran. "Der Iran wurde in den letzten drei Jahrzehnten als Teil des Problems angesehen, jetzt aber als Teil der Lösung", sagte der Vizeaußenminister. Da der IS ein globales Problem sei, müssten alle Staaten bei der Bekämpfung dieser Terrorgruppe zusammenarbeiten. (APA, 6.12.2014)

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