Präsident Kasachstans nennt Bestechungsvorwürfe um Sarkozy "Klatsch"

5. Dezember 2014, 15:50
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Ermittlungen wegen Geschäftsdeal mit Hubschraubern und Lokomotiven

Astana/Paris - Als "Klatsch und Tratsch" hat der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew die Vorwürfe zurückgewiesen, er habe mit Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy im Zusammenhang mit einem Milliardengeschäft gemauschelt. "Ich habe nie irgendetwas von Herrn Sarkozy verlangt, das ist Klatsch und Tratsch", sagte Nasarbajew am Freitag in der kasachischen Hauptstadt Astana.

Dort war Frankreichs Staatschef Francois Hollande zu Besuch. In der in Frankreich "Kasachgate" genannten Affäre ermittelt die Justiz wegen des Verdachts der Bestechung ausländischer Beamter und Geldwäsche.

Lieferung von Hubschraubern und Lokomotiven

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht laut der französischen Zeitung "Le Monde" ein 2010 abgeschlossenes Geschäft im Umfang von mehr als zwei Milliarden Euro, bei dem es um die Lieferung von 45 Hubschraubern von Eurocopter (heute Airbus Helicopters) und 295 Lokomotiven an Kasachstan ging. Mögliche Kommissionen an Kasachstan sollen teilweise nach Frankreich zurückgeflossen sein. Gegen eine in Nizza ansässige Anwältin und zwei weitere Verdächtige wurde deswegen ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auch einstige Mitarbeiter im Elysee-Palast zur Zeit Sarkozys wurden befragt.

Intervention in Belgien

Laut "Le Monde" besteht auch der Verdacht, dass Sarkozys Regierung auf Drängen Kasachstans in Belgien zugunsten eines belgisch-kasachischen Geschäftsmannes intervenierte. Belgische Parlamentarier sollten sich demnach für eine Gesetzesänderung einsetzen, damit die Strafverfolgung des Geschäftsmannes und zwei seiner Partner wegen Korruptionsvorwürfen gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt werde. Nasarbajew selbst solle von Sarkozy eine solche Intervention verlangt haben, damit das Milliarden-Geschäft zustande komme.

Sarkozy, der am vergangenen Wochenende zum Vorsitzenden seiner konservativen Partei UMP gewählt wurde und der 2017 erneut als Präsidentschaftskandidat antreten will, ist in zahlreiche Affären verstrickt. So läuft wegen des Verdachts der versuchten Bestechung eines Staatsanwalts ein formelles Ermittlungsverfahren gegen den konservativen Politiker. (APA, 5.12.2014)

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