Stück der Elgin Marbles reist nicht nach Griechenland, sondern nach Russland

5. Dezember 2014, 14:32
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Statue eines Halbgotts wird in St. Petersburg ausgestellt - Athen bemüht sich seit Jahrzehnten um Rückholung

London - Eine zu den berühmten Elgin Marbles zählende Statue verlässt erstmals Großbritannien - allerdings nicht nach Griechenland, das sich seit Jahrzehnten um die Rückgabe der antiken Kunstwerke bemüht. Stattdessen geht die Reise nach Russland.

Die Skulptur zeigt den Halbgott Ilissos, die Personifizierung des gleichnamigen Flusses im Raum Athen. Sie werde von Samstag an bis Mitte Jänner in der Eremitage in St. Petersburg zu sehen sein, teilte das British Museum in London mit. Anlass für die Leihgabe ist der 250. Jahrestag der Eremitage. Der Vorsitzende der Kuratoren des British Museum, Richard Lambert, sagte, "die Kuratoren sind entzückt, dass dieses wunderschöne Objekt von vielen Menschen in Russland genossen werden kann".

Weniger entzückt ist Griechenland, das seit drei Jahrzehnten die Rückgabe der Marmorstatuen fordert, die einst die Akropolis in Athen schmückten. Der britische Diplomat Lord Elgin hatte die Skulpturen im Jahr 1803 mit Billigung des Osmanischen Reichs, zu dem Griechenland damals gehörte, von der Tempelanlage fortbringen lassen. Athen betrachtet dies als Diebstahl, inzwischen vermittelt die UN-Kulturorganisation UNESCO in dem Streit. (APA/red, derStandard.at, 5. 12. 2014)

  • Ilissos der Fluss und Ilissos der Gott haben beide schon bessere Zeiten gesehen: Der Skulptur der Gottheit fehlt der Kopf, der Fluss ist heute großteils überbaut.
    foto: ap photo/british museum

    Ilissos der Fluss und Ilissos der Gott haben beide schon bessere Zeiten gesehen: Der Skulptur der Gottheit fehlt der Kopf, der Fluss ist heute großteils überbaut.

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