Rotes Kreuz wieder in ostukrainischer Stadt Donezk

5. Dezember 2014, 15:01
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Zwei Monate nach Tod eines Helfers - Strommangel in vielen ukrainischen Städten

Kiew/Genf - Zwei Monate nach dem Tod eines Schweizer Rot-Kreuz-Delegierten in Donezk hat die Organisation ihre humanitäre Hilfe in der umkämpften ostukrainischen Metropole wieder aufgenommen. Ein Team von internationalen und lokalen Helfern sei erneut vor Ort, um notleidenden Menschen zur Seite zu stehen, sagte der Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Yves Daccord am Freitag

Der Winter mit erheblichen Minustemperaturen habe die Situation für die Einwohner - unter ihnen viele Vertriebene, Arme und Alte - noch schwieriger gemacht, sagte Daccord dem Schweizer Radiosender RTS. Die Fronten im ostukrainischen Konfliktgebiet seien unübersichtlich und wechselten ständig, zuletzt wurde ein Waffenstillstand ab 9. Dezember vereinbart. Kiew hat die Umsetzung der Vereinbarung gefordert: Die Ukraine brauche "eine Waffenruhe nicht nur dem Namen nach, sondern auch in Wirklichkeit", sagte Außenminister Pawlo Klimkin am Freitag am Rande des OSZE-Jahrestreffens in Basel.

Massiver Strommangel

Wegen massiver Probleme bei der Stromversorgung fallen zudem Teile der Ukraine immer häufiger in Dunkelheit - in einigen Städten bis zu sechs Stunden täglich. Energieminister Wladimir Demtschischin forderte die Industrie und Bevölkerung auf, vor allem in den Spitzenzeiten von 17.00 bis 21.00 Uhr freiwillig mindestens 15 Prozent Strom zu sparen.

So soll ein Zusammenbruch der Versorgung verhindert werden. Die Lage in den Kraftwerken sei katastrophal, berichtete die Internetzeitung "Ukrainskaja Prawda" am Freitag. "Kiew könnte erfrieren", warnte das Portal. Zu den Engpässen komme es unter anderem wegen des Mangels an Kohle, teilte der Minister mit. Der Rohstoff wird vor allem im Konfliktgebiet Donbass gefördert, über das die ukrainische Regierung die Kontrolle verloren hat.

Minister Demtschischin forderte die Unternehmen auf, ihre Arbeit in die Nachtstunden zu verlegen, weil dann der Verbrauch im Land geringer sei. Bewohner der Hauptstadt Kiew berichteten über immer häufigere Stromausfälle. In der Westukraine schalteten Energieversorger in einigen Städten die Straßenbeleuchtung ab. Der Verbrauch ist auch deshalb so hoch, weil viele Menschen angesichts des Mangels an Gas Elektrogeräte zum Heizen benutzen. (APA, 5.12.2014)

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