Fünf Schritte zur perfekten Weihnachtsrede

5. Dezember 2014, 17:23
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Damit ein potenzielles Jahreshighlight nicht zum Tiefpunkt wird: Es zahlt sich aus, Zeit und Energie in die Weihnachtsrede zu stecken. Mit etwas Empathie hinterlässt man als Führungskraft damit Eindruck

Jede gelungene Rede hat ein Ziel: Menschen in Herz und Hirn zu berühren und im Moment der Berührung den Beginn einer Transformation zu setzen. Im Falle einer Weihnachtsrede könnte sich diese Transformation in einem tieferen Zusammengehörigkeitsgefühl und einem gestärkten Willen zum Erfolg zeigen.

So betrachtet, ist die Weihnachtsrede eines der wichtigsten Instrumente der Führung, die Ihnen im Laufe eines Jahres zur Verfügung stehen.

  • Schritt 1: "Sammeln"

Eine gute Rede holt die Menschen dort ab, wo sie stehen, also bei Bekanntem. Sie ruft gemeinsame Erlebnisse in Erinnerung. Zu Weihnachten geht es naturgemäß darum, die schönen und positiven Momente zu würdigen.

Der erste Schritt in Ihrer Vorbereitung ist daher, in einem Brainstorming all jene Erlebnisse aufzulisten, die in diesem Jahr passiert sind. Dazu gehören spezifische Geschäftserfolge genauso wie Betriebsausflüge und gemeinsam bewältigte Herausforderungen.

Danach fragen Sie sich, was Ihnen für das kommende Jahr wichtig ist, und notieren dies als Wunschliste.

  • Schritt 2: "Fokussieren"

Nun gehen Sie die Erlebnisliste durch und bewerten die einzelnen Einträge mit Punkten von 1 bis 5, je nachdem, wie viele Personen der voraussichtlichen Zuhörerschaft jeweils beteiligt waren.

"1" steht dabei für wenige, "5" für ein Maximum an Personen. Schreiben Sie die Namen oder Abteilungen zu den einzelnen Ereignissen. Wählen Sie dann die jeweils zwei bis drei besten Geschäfts- und Teammomente aus.

Gehen Sie ebenso Ihre Wunschliste durch und wählen Sie den Topwunsch in der Kategorie "Business" und in der Kategorie "Team".

  • Schritt 3: "Verknüpfen"

Wenn Sie mit gemeinsam Erlebtem eine gedankliche und gefühlsmäßige Übereinstimmung erzeugt haben, ist Ihr Publikum bereit, Ihnen an einen neuen Ort zu folgen.

Das bedeutet, dass Sie die Brücke zwischen den gemeinsamen Erlebnissen und Ihren Wünschen für die Zukunft bauen müssen.

Stellen Sie sich die folgenden Fragen und notieren Sie Ihre Antworten: Wo liegt die Verbindung? Wie sind beide Bereiche miteinander verknüpft? Warum ist das eine die Voraussetzung für das andere? Nur wenn die Brücke stabil ist, werden alle Zuhörer auf der anderen Seite ankommen. Wenn Sie merken, dass die Verbindung wackelt, überprüfen Sie Ihre Auswahl unter Schritt 2.

  • Schritt 4: "Definieren"

Bevor Sie die Rede verfassen, benötigen Sie noch zwei wesentliche Elemente, die miteinander in Verbindung stehen: erstens ein Zitat, das für Sie wichtig ist und das idealerweise sogar von jemandem aus dem Unternehmen stammt. Und zweitens Ihr persönlicher Wunsch für die Belegschaft, der sich ebenfalls aus dem ergibt, was Ihnen wichtig ist. Beginn und Schluss der Weihnachtsrede sind also dezidiert persönlich.

  • Schritt 5: "Schreiben"

Beginnen Sie statt mit einer Begrüßung mit dem gewählten Zitat. Damit stellen Sie direkt und ohne Umwege die Verbindung mit Ihrer Zuhörerschaft her.

Erläutern Sie die Bedeutung dieses Zitats und leiten damit über zum ersten gemeinsamen Erlebnis. Ganz egal, aus welchem Bereich dieses stammt, wesentlich ist, dass die Beteiligten genannt werden, und die Frage, warum dieses Ereignis für Sie persönlich und das Unternehmen wichtig ist.

Gehen Sie so von Moment zu Moment, adressieren Sie so viele Personen wie möglich und leiten dann schlüssig (!) zu Ihren beiden Wünschen für das nächste Jahr über.

Beenden Sie die Rede mit Ihrem persönlichen Wunsch für die Zuhörerschaft, der idealerweise auf das Anfangszitat verweist und damit Ihr Publikum metaphorisch zwar an denselben Ort zurückbringt, aber mit einem neuen Gefühlszustand entlässt. (Martina Gleißenebener-Teskey, DER STANDARD, 6./7./8.12.2014)

Martina Gleißenebner-Teskey ist Trainerin und Coachin für "Persönliche Wirksamkeit": vom authentischen Stil bis zur perfekten Rede.

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  • Martina Gleißenebner-Teskey.
    foto: ho

    Martina Gleißenebner-Teskey.

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