Erneut Schwarzer von weißem Polizisten in USA erschossen

5. Dezember 2014, 14:17
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Beamter vermutete Waffe in Hosentasche des Mannes - Tausende Demonstranten in New York

Los Angeles - Erneut ist in den USA ein unbewaffneter Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen worden. Wie die Polizei im Bundesstaat Arizona am Donnerstag mitteilte, ereignete sich der Vorfall in Phoenix.

Demnach war der Beamte wegen vermuteter Drogendelikte vor einem Geschäft im Einsatz, als es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und dem 34-jährigen Mann kam. Dieser hatte statt der vermuteten Waffe jedoch eine Tablettenpackung in der Tasche.

Zweimal geschossen

Nach Angaben der Polizei widersetzte sich der Mann seiner Festnahme und griff in seine Tasche, woraufhin der Beamte nach ihm griff und meinte, in der Tasche eine Waffe zu erfühlen. Als der Verdächtige auf Aufforderungen, die Hand in der Tasche zu lassen, nicht reagiert habe, habe der Beamte zweimal auf ihn geschossen. Der Mann starb noch am Ort des Geschehens. In seiner Tasche fand sich eine Packung mit Medikamenten, die auch als Aufputschmittel benutzt werden.

Eine Anwältin der Familie des Getöteten sprach von einer "sinnlosen Tragödie". Die Anspannung in den USA ist derzeit besonders hoch, nachdem in zwei Fällen von tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze eine Grand Jury entschieden hatte, dass sich die weißen Polizisten nicht dafür verantworten müssen.

Tausende Demonstranten in New York

In New York und anderen US-Städten haben am Donnerstag den zweiten Tag in Folge tausende Menschen gegen Polizeigewalt und die Entscheidung protestiert, einen weißen Polizisten wegen des Todes eines unbewaffneten Schwarzen nicht anzuklagen. Mehrere Protestzüge legten den Verkehr in der US-Metropole kurzzeitig lahm, einige Demonstranten wurden festgenommen. Auch in Washington D.C., Boston und Chicago gab es Proteste.

US-Justizminister Eric Holder sicherte unterdessen eine vollständige Untersuchung der Umstände des Todes des 43-jährigen Eric Garner zu, der von Polizisten in den Würgegriff genommen worden war und ums Leben kam. Der zuständige Gerichtsmediziner geht von einem Tötungsdelikt aus. Eine Geschworenen-Jury erklärte am Mittwoch dennoch, keine Anklage gegen den Polizisten zu erheben, der den sechsfachen Familienvater bei dem Einsatz im Stadtteil Staten Island im Juli in den Würgegriff genommen hatte. Auf Videos ist zu sehen, wie Beamte auch nicht von Garner abließen, als er überwältigt auf dem Boden lag. Zudem klagte er mehrmals hörbar, er bekomme keine Luft mehr. (APA/Reuters, 5.12.2014)

  • Demonstranten bei einem "Die-in" in Boston in der Nacht auf Donnerstag.
    foto: reuters/brian snyder

    Demonstranten bei einem "Die-in" in Boston in der Nacht auf Donnerstag.

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