Prozess um Hamburger Austauschstudenten in den USA hat begonnen

4. Dezember 2014, 19:51
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Anklage in Montana lautet auf vorsätzliche Tötung

Helena (Montana) - Im Prozess um den Tod eines Hamburger Austauschschülers im US-Bundesstaat Montana hat am Donnerstag die Hauptverhandlung begonnen. Vor dem Bezirksgericht von Missoula warf die Staatsanwaltschaft dem angeklagten Hausbesitzer vor, den 17-Jährigen in seine Garage gelockt und bewusst sowie absichtlich erschossen zu haben.

Die Verteidigung dagegen argumentierte, der 30-jährige Markus K. habe seine Familie vor einem Einbrecherring schützen wollen, der in der Wohnsiedlung sein Unwesen trieb. In ihrem Eröffnungsplädoyer sagte die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin Jennifer Clark, K. habe in der Nacht zum 27. April abgewartet, bis der junge Mann in die halb offene Garage ging. Erst dann sei er selbst aus dem Haus gegangen und habe von außen viermal in die Garage geschossen, wobei er den Teenager tödlich verletzte.

"Er stellte ihm nach seinen eigenen Worten eine Falle, und dadurch machte er sich selbst zum Aggressor", sagte Clark. "Wir werden zeigen, dass in diesem Fall keine berechtigte Gewaltanwendung vorlag."

Bande von Teenagern

Der Strafverteidiger Paul Ryan dagegen erklärte, sein Mandant habe keineswegs kaltblütig gehandelt. Als er vor der Garage stand, habe er eine schnelle Bewegung und dann ein metallenes Geräusch gehört. "Er dachte, jetzt werde ich attackiert."

K. und seine Lebensgefährtin hätten sich nach mehreren Einbrüchen beobachtet und bedrängt gefühlt. Der Prozess werde zeigen, dass eine Bande von Teenagern reihenweise in Garagen eingebrochen und dort Wertsachen gestohlen habe. Viele von ihnen seien Fußballspieler wie der Deutsche gewesen. Einige hätten mit dem 17-Jährigen und seinem Begleiter in der fraglichen Nacht in Kontakt gestanden.

Die Anklage gegen K. lautet auf vorsätzliche Tötung, darauf stehen mindestens zehn Jahre Haft. In Montana und vielen anderen US-Bundesstaaten dürfen Hausbesitzer tödliche Gewalt anwenden, sofern nachvollziehbar ist, dass sie um Leib und Leben fürchteten. Das noch vor Weihnachten erwartete Urteil der zwölf Geschworenen muss einstimmig fallen. Zwei andere Jugendliche haben mittlerweile gestanden, bei K. eingebrochen und dabei Wertsachen und Marihuana gestohlen zu haben. (APA, 4.12.2014)

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