Panne bei Dienstverträgen für AUA-Flugbegleiter

4. Dezember 2014, 19:56
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Plötzlich hatten alle einen unbefristeten Dienstvertrag - Niki startet 2015 auch ab Bratislava

Wien - Nach den oberstgerichtlichen Urteilen muss die AUA bis April den Flugbetrieb von der Tyrolean wieder auf die AUA übertragen. In der Hitze des Gefechts durften sich einige Flugbegleiter, die bisher einen zeitlich befristeten Dienstvertrag hatten, überraschend über einen unbefristeten Vertrag freuen – allerdings nur kurz, quasi über Nacht.

Die Personalabteilung der Airline schickte am Montagabend insgesamt 3300 E-Mails mit einem neuen unbefristeten Dienstvertrag an die Flugbegleiter, der durch die Betriebszusammenlegung (von Tyrolean auf die AUA) notwendig wurde. Allerdings waren 254 Flugbegleiter darunter, die nur einen befristeten Dienstvertrag haben.

Tags darauf, am Dienstag, wurde der Irrtum erkannt, und die betroffenen Mitarbeiter bekamen eine Entschuldigungs-E-Mail. Der Fehler entstand durch eine "falsche EDV-Verknüpfung", bedauerte ein AUA-Sprecher im Gespräch mit dem STANDARD. Immerhin seien insgesamt 30.000 Seiten verschickt worden.

Streiks fortgesetzt

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa ging am Donnerstag in die zehnte Runde: Seit 3 Uhr morgens hatten die Piloten ihre Arbeit niedergelegt. Betroffen waren bis Mitternacht die Langstreckenverbindungen ab Frankfurt, München und Düsseldorf. Die Hälfte des Langstreckenangebots wurde gestrichen. Die AUA sprang wieder mit größeren Fliegern ein und übernahm etwa 200 Passagiere via Wien nach New York.

Konflikt mit Gewerkschaft

Vordergründig geht es wie berichtet unter anderem um die Übergangsrente, die es bisher noch etwa jedem zweiten der 10.000 Piloten des Konzerns erlaubt, ab 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Sie erhalten in der Übergangszeit bis zur gesetzlichen Rente bis zu 60 Prozent ihrer Bezüge. Die Lufthansa will die Altersgrenze schrittweise auf 61 Jahre anheben, die Gewerkschaft lehnt dies ab. Auch der Plan eine neue Billigtochter zu gründen, stößt auf Widerstand.

Niki ab Bratislava

Niki wird ab April nächsten Jahres erstmals ab Bratislava zwei Destinationen anbieten: Brüssel und Palma de Mallorca. Brüssel wird von Niki derzeit ab Wien nicht bedient. Der Preis Bratislava–Brüssel (hin und retour) sowie nach Palma de Mallorca beträgt jeweils ab 119 Euro. Von Wien nach Palma sind es ebenfalls ab 119 Euro, wer von Wien nach Bratislava fliegt, zahlt 79 Euro. Zum Vergleich: Bei der AUA kostet das Ticket im April 2015 aktuell 329 Euro.

Niki hatte in der Vergangenheit wegen der 2011 in Österreich eingeführten Ticketsteuer schon einmal damit gedroht, Flüge von Wien nach Bratislava zu verlagern. Bratislava ist derzeit vom Billigflieger Ryanair abhängig, die ab 2015 zwei Flieger in Bratislava stationiert. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 5.12.2014)

  • Flugbegleiter bekamen überraschend unbefristete Verträge zugeschickt.
    foto: apa/herbert neubauer

    Flugbegleiter bekamen überraschend unbefristete Verträge zugeschickt.

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