Hypo Tirol: Hohe Mitgift für hohen Schaden

4. Dezember 2014, 18:08
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Ex-Vorstände erhielten 2,3 Millionen Abfindung

Wien - Mit der Kärntner Schwester lässt sich die Tiroler Hypo nicht vergleichen, für Aufregung sorgt die Bank aber dennoch regelmäßig. Das Institut brauchte 2009 100 Mio. vom Land, 2012 wurden nach hohen Verlusten im Italiengeschäft 220 Millionen nachgeschossen. Wegen des Schadens durch faule Kredite wurden mehrere Vorstände ausgetauscht. Ihnen wurde nicht nur die Restlaufzeit der Verträge ausgezahlt, sondern noch 1,41 Mio. Euro an freiwilligen Zuwendungen gegönnt.

In Summe bekamen die Vorstände laut einem am Donnerstag veröffentlichten Rechnungshofbericht 2,31 Millionen. In einem Fall basierte das Körberlgeld auf einer Abmachung mit dem Landeshauptmann, der dafür keine gesetzliche Zuständigkeit hatte. Es dürfte sich dabei um die Ablösung von Hannes Gruber gehandelt haben, in die sich Landeschef Günther Platter persönlich eingeschaltet hatte. Die Zahlungen finden die Prüfer "kritikwürdig", zumal nicht eruiert wurde, ob die Voraussetzungen dafür vorlagen.

Kritik an Beratern

Sogar der Chef der Italien-Tochter erhielt "trotz der schwerwiegenden wirtschaftlichen Probleme" der Bank zusätzlich zur Vertragsabgeltung eine freiwillige Auszahlung von 289.000 Euro. Locker ging die Bank auch mit der Beauftragung von Beratern um. Für das Strategieprojekt "Agora" wurden vier Mio. Euro gezahlt, zu ihrer Auswahl konnten keine Unterlagen vorgelegt werden.

Die Bank hatte ihre Bilanzsumme nach rasantem Wachstum auf 13 Mrd. Euro aufgebläht. Zu den Problemen in Italien kam die Pleite der deutschen M-Solar hinzu, bei der die Hypo 20 Millionen Euro verlor. (as, DER STANDARD, 5.12.2014)

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