ÖVAG plagt sich mit Bad Bank

4. Dezember 2014, 18:05
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Die Abspaltung der faulen Kredite gestaltet sich schwierig. Vor allem die EU-Kommission prüft genau

Wien - Der weitere Umbau des österreichischen Volksbankensektors erweist sich als haarige Angelegenheit. Das Spitzeninstitut, die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG), soll ja zur Abbaugesellschaft werden. Die Spitzeninstitutsfunktionen würden, so der Plan, auf die Volksbank Wien-Baden übertragen werden. Auch die dafür benötigten Mitarbeiter sollen in dieses Institut übersiedeln. Zudem wird es zu Fusionen der "kleinen" Volksbanken kommen.

Der Weg dorthin ist aber steinig. Die ÖVAG ist ja beim europäischen Bankenstresstest durchgefallen, und musste der EU-Kommission einen neuen Restrukturierungsplan vorlegen. Der erste Sanierungs- und Restrukturierungsversuch nach der Teilverstaatlichung (die kleinen Volksbanken wurden in einen strengen Haftungsverbund unter Führung der ÖVAG gesteckt) hat bekanntermaßen nicht ausgereicht.

Die EU-Kommission ist derzeit noch am Prüfen des neuen Restrukturierungsplans, sie muss ihren Sanktus dazugeben.

So wie es aussieht, ist die Gründung einer Abbaugesellschaft im Fall ÖVAG aber nicht ganz einfach. Die Gefahr, die mit der Sache Vertraute sehen: In der Abbaugesellschaft ÖVAG könnten Assets bleiben, die ohne Bankenlizenz nicht abgebaut werden können. Sinn und Zweck der Abbaugesellschaft ist es ja, das darin geparkte Vermögen zu versilbern - die Banklizenz muss vorher zurückgelegt werden. Nur so wird aus einer Bank eine "Bad Bank", die nicht den Regeln des Bankwesengesetzes und vor allem nicht den Eigenkapitalvorschriften unterliegt. Die schwierige Übung besteht darin, das Abbau-Portfolio Bad-Bank-tauglich zu strukturieren.

Beispiel aus dem Hypo-Bereich: Dort wurde aus der Hypo die Abbaugesellschaft Heta; die Hypo Italien (in der es auch noch Einlagen von Kunden gibt) hat dagegen immer noch eine Konzession

Schwierige Diskussionen

Die EU, wo Jubelmeldungen von Volksbankern nach der Abbaubank-Entscheidung mit hochgezogenen Brauen aufgenommen wurden, hinterfragt den Kapitalplan sehr genau. "Die Diskussionen sind schwierig", erzählt ein Beobachter.

Klappt das mit der Abbaugesellschaft nicht, müssten die Eigentümer die beim Stresstest konstatierte Kapitallücke (865 Mio. Euro; es geht nur um den Ernstfall) selbst auffüllen. Zur Erinnerung: Die ÖVAG gehört zu 43 Prozent dem Staat, die Sektor-Volksbanken halten die Mehrheit. (gra, DER STANDARD, 5.12.2014)

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