Russen könnten sich in Hypo vertiefen

4. Dezember 2014, 18:02
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Die VTB und ihr Partner Via-Group kommen beim Verkauf der Südosteuropatöchter der Hypo wieder ins Spiel. Nun könnten die Russen ihren Anteil am Konsortium aufstocken

Wien - Der Verkauf der Blakanbanken der ehemaligen Hypo Alpe Adria soll nun, im zweiten Anlauf, möglichst schnell über die Bühne gebracht werden. Jeder Tag des Zuwartens, so heißt es aus der Bank, koste Geld, weil ja die Banken in Südosteuropa (SEE) de facto kein Neugeschäft machen.

Finanzminister Hans Jörg Schelling verhandelt nun, wie berichtet, selbst mit Bieter Advent; nächste Woche könnte es auch zu einem Treffen mit Vertretern des bulgarisch-russischen Konsortiums Via-Group und VTB Bank kommen. Das Problem, das es laut Verhandlern mit der VTB gegeben habe: Sie habe sich bisher nie verbindlich zu ihrem möglichen Engagement geäußert. Die russische Bank soll nun aber bereit sein, den bisher gebotenen Anteil von 9,9 Prozent auf bis zu 19,9 Prozent aufzustocken.

Höhere Vorsorgen

Die Verschiebung des Deals ins Jahr 2015 wird in der Bank auch deswegen mit zittrigen Knien beobachtet, weil sie sich negativ auf die Zahlungsmoral in den SEE-Ländern auswirken könne. Die Kosten für Risikovorsorgen würde das weiter zum Steigen bringen. Schlecht wäre all das für die Heta (ehemalige Hypo), die die SEE-Banken ja refinanziert. Wie berichtet hat sie derzeit rund 2,3 Milliarden Euro in den sechs Banken in Südosteuropa stecken. Weitere Zahlungen scheinen höchst unwahrscheinlich.

Die Heta trägt dieses Risiko, obwohl sie ihre Anteile an der SEE-Holding ja Ende Oktober an die staatliche Bankenholding Fimbag weiterverkauft hat. Die Fimbag, die von Ex-Notenbanker Klaus Liebscher geführt wird, bekommt für den Fall des Verkaufs eine Risikoprämie von rund 200 Millionen Euro - die sie aber an den Bund weitergeben muss. Schließlich hält die Fimbag die Anteile nur treuhändig; was immer sie dereinst für die Südosteuropa-Banken einnimmt, kommt der Republik zugute.

Österreicher prüften

Neben den Südosteuropaquerelen beschäftigen weiterhin die Bayern die Republik und die Hypo Alpe Adria. Die Bank macht ja Eigenkapitalersatz geltend, der Bund bereitet eine Klage auf Rückabwicklung der Verstaatlichung vor. Was die Position der Österreicher nicht gerade stärkt: Sie selbst haben nach der Übernahme das Kärntner Institut geprüft und eine ausreichende Kapitalisierung bestätigt.

Dazu wird in München gerne eine Aussendung der Kärntner Bank von Mitte 2010 präsentiert. Der damalige Institutschef Gottwald Kranebitter berichtete damals über den Abschluss der Prüfung des Kreditportfolios. Das Risiko liege trotz Wertberichtigungen im Ausmaß von 600 Mio. Euro "im erwarteten Bereich", die Eigenmittelquote sei dennoch stabil bei zehn Prozent.

Im Prozess in München versucht die Hypo nachzuweisen, dass die BayernLB über den schlechten Zustand der Bank im Bilde war. Demnach hätte die Landesbank 3,6 Mrd. Euro an Wertberichtigungen bilden müssen. (gras; DER STANDARD, 5.12.2014)

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