Staaten wollen in Wien Atomabrüstung vorantreiben 

4. Dezember 2014, 17:31
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Initiative des österreichischen Außenministeriums

Wien - Ein neuer Fokus auf die humanitären Auswirkungen von Nuklearwaffen soll den Stillstand in den weltweiten Bemühungen um nukleare Abrüstung überwinden helfen. Auf Einladung des Außenministeriums findet am Montag und Dienstag in der Wiener Hofburg eine Konferenz zu diesem Thema mit Vertretern von rund 150 Staaten und NGOs sowie einer Reihe von Experten statt.

Im Vorfeld der Konferenz lud das Ministerium am Mittwochabend zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion zu der Frage "Wem nützen Nuklearwaffen heute?" - Teil der von Außenminister Sebastian Kurz initiierten Öffnung des Amtes, wie ein Ministeriumsmitarbeiter betonte.

Abschreckung kontraproduktiv

Dabei widersprach der Politikwissenschafter Heinz Gärtner der These, dass Nuklearwaffen als Abschreckung für konventionelle Kriege dienten. Konflikte wie der Koreakrieg, jener um die Falkland-Inseln oder der zwischen Indien und Pakistan Ende der 1990er-Jahre bewiesen das Gegenteil.

Generalleutnant Christian Segur-Cabanac sagte, mit dem Abwurf der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki habe Washington die "Büchse der Pandora" geöffnet. Eine Vernichtung von Atomwaffen sei sehr kompliziert, technisch aufwändig und teuer. Selbst wenn sich die Welt heute darauf einigte, dauerte es mindestens 100 Jahre, bis Kernwaffen kein Drohpotenzial mehr darstellten. (raa, DER STANDARD, 5.12.2014)

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