Albert Einsteins Schriften ab sofort frei zugänglich

5. Dezember 2014, 00:01
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Ab heute stehen sämtliche 5.000 Schriften des Physikers bis 1923 im Netz, darunter auch seine wichtigsten Arbeiten, Reisetagebücher und Liebesbriefe

Princeton/Wien – Für das Magazin "Time" war er auf einer Ende 1999 veröffentlichten Rangliste noch vor allen mächtigen Politikern und Staatsmännern die wichtigste Person des 20. Jahrhunderts. Entsprechend zierte Albert Einstein auch das letzte Cover der einflussreichen US-Zeitschrift, ehe die Jahreszahl von 1999 auf 2000 umsprang.

Albert Einstein ist auch noch 2014 der wahrscheinlich bekannteste Wissenschafter weltweit. Zeit seines Lebens war er (nach der heutigen Terminologie) ein Popstar, der bereits mit 26 Jahren – seinem Annus mirabilis 1905, in dem ihm gleich mehrere bahnbrechende Arbeiten (wie etwa die spezielle Relativitätstheorie) gelangen – die Vorstellungen von der physikalischen Welt revolutionierte.

1933 musste Einstein aufgrund seiner jüdischen Herkunft und seiner linken politischen Ansichten Deutschland verlassen und emigrierte nach Princeton, wo er 1955 starb. 59 nach seinem Tod stellt nun die University of Princeton Press den ersten Teil der gesammelten Werke Einsteins online. Konkret handelt es sich um die ersten elf bis 1923 reichenden Bände seiner Collected Writings, an denen seit rund 25 Jahren quelleneditorisch gearbeitet wird.

Unter einsteinpapers.press.princeton.edu sind damit 5000 Texte und Dokumente bis einschließlich der Vergabe des Nobelpreises in Physik und seine lange Reise in den Fernen Osten zugänglich. Die Sammlung umfasst sämtliche wissenschaftlichen Schriften und Briefe Einsteins, aber auch seine nichtwissenschaftlichen Texte, Familienbriefe, Notizbücher, Vorträge und Reisetagebücher. In den nächsten Monaten und Jahren soll die Sammlung etwas zeitverzögert zur Herausgabe der gedruckten Gesammelten Schriften komplettiert werde.

Einige bereits abrufbare Höhepunkte der "Digital Einstein Papers" sind unter anderem ein Aufsatz, den der 17-Jähige für den Französisch-Unterricht verfasste, ein Brief des 22-Jährigen an seine künftige Frau Mileva Maric (dass er sich um seine Tochter kümmern werde) sein erstes Job-Angebot vom Schweizer Patentamt, seine erste Formulierung der Lichtquantenhypothese (wofür er den Nobelpreis erhielt), oder das Telegramm, das ihn über den Gewinn des Nobelpreises informierte.

Die Texte liegen in der Originalsprache, vor allem aber auf Englisch vor und sind auch nach Stichworten durchsuchbar. Wer beispielsweise "Vienna" in die Suchmaske der online-Ausgabe Einsteins eintippt, erhält nicht weniger als 526 Treffer – zu Einsteins viel umjubelten Vorträgen in Wien 1921 ebenso wie zu seiner Verteidigung von Friedrich Adlers, der ein Studienkollege Einsteins in Zürich gewesen war: Nachdem der Sohn des sozialdemokratischen Parteiführers Victor Adler im Oktober 1916 Ministerpräsidenten Graf Stürgkh ermordet hatte, um mit diesem Mord einen Beitrag zum Ende des Kriegs zu leisten (so die Intention Adlers), organisierte Einstein ein Gnadengesuch für den zum Tode verurteilten Physiker, der tatsächlich der Exekution entging.

1952 sollte Einstein dann schreiben: "Dass die Österreicher Friedrich Adler nach dem Stürgkh-Mord nicht umgebracht haben, gereicht ihnen zur unvergänglichen Ehre." Dieser Text fehlt freilich noch in der Online-Edition. (tasch, derStandard.at, 5.12.2014)

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=> "Ich habe keine besondere Begabung"
Ein semi-fiktives Interview mit Albert Einstein, zusammengestellt ausschließlich aus Originalzitaten des großen Physikers

  • Artikelbild
    screenshot: the collected papers of albert einstein
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