Gigantisches "Auge" für die Beobachtung ferner Welten erhält grünes Licht

4. Dezember 2014, 14:48
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ESO-Rat bewilligt für erste Bauphase des E-ELT in Chile eine Milliarde Euro - Inbetriebnahme in zehn Jahren geplant

Garching/Wien - Der Bau des größten optischen Teleskops der Welt hat grünes Licht erhalten: Das Führungsgremium der Europäische Südsternwarte (ESO) hat entscheidende finanzielle Weichen für den Bau des "European Extremely Large Telescope" (E-ELT) mit seinem 39-Meter-Spiegel in Chile gestellt. Die Inbetriebnahme ist in rund zehn Jahren geplant.

Dann soll das Riesenteleskop das größte Auge sein, das die Menschheit auf den Himmel richtet - die derzeit größten Teleskope besitzen Spiegel mit Durchmessern von lediglich acht bis zehn Metern. Der ESO-Rat gab den Angaben zufolge das "Go" für den Bau des E-ELT in zwei Phasen. Für die erste Phase wurden Ausgaben von rund einer Milliarde Euro bewilligt. Damit sind die Baukosten eines voll funktionsfähigen Teleskops und einer Reihe leistungsstarker Instrumente abgedeckt. Bis auf weiteres werden zehn Prozent der gesamten Projektkosten auf eine zweite Bauphase verlagert.

"Der Beschluss des Rates bedeutet, dass das Teleskop nun gebaut werden kann", erklärte ESO-Generaldirektor Tim de Zeeuw am Donnerstag. "Die wesentlichen Baumaßnahmen für das E-ELT sind nun finanziell gesichert und können nach Plan fortgeführt werden." Die jetzt bewilligten Geldmittel erlaubten "den Bau eines voll funktionsfähigen E-ELT", unterstrich de Zeeuw. Das Teleskop werde "das leistungsstärkste aller extrem großen Teleskope sein", die derzeit geplant seien.

Spatenstich im vergangenen Juni

Der erste Spatenstich für das Riesenteleskop in der chilenischen Atacama-Wüste hatte bereits im vergangenen Juni stattgefunden. Der künftige Teleskop-Gigant soll die Astronomen unter anderem bei ihrer Suche nach den Ursprüngen des Universums und nach bewohnbaren Planeten außerhalb unseres Sonnensystems voranbringen.

Die ESO, ein Zusammenschluss aus 15 überwiegend europäischen Staaten, betreibt bereits mehrere Hochleistungsteleskope in Chile. Dazu zählt das "Very Large Telescope" (VLT), dessen vier Hauptteleskope Spiegeldurchmesser von jeweils 8,2 Metern aufweisen. Am größten Radioteleskop-Projekt der Welt, dem Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (Alma), ist die ESO als europäischer Partner beteiligt. Wegen der kühlen und trockenen Wetterbedingungen in Chile werden die meisten astronomischen Beobachtungen weltweit in dem südamerikanischen Land ausgeführt.

Österreich ist seit 2008 Mitglied der ESO und hat bereits vor zwei Jahren für die Errichtung des E-ELT gestimmt. Bis 2021 wird Österreich insgesamt rund 6,2 Millionen Euro zu dem Projekt beitragen, durch Mitgliedsbeiträge und Extrazahlungen. (APA/red, derStandard.at, 04.12.2014)

  • Mit seinem 39 Meter großen Spiegel aus einzelnen Elementen ist das European Extremely Large Telescope (E-ELT) ein wahrhaft gigantisches Auge, mit dem Astronomen in frühestens zehn Jahren den Nachthimmel beobachten wollen.
    illu.: eso/l. calçada

    Mit seinem 39 Meter großen Spiegel aus einzelnen Elementen ist das European Extremely Large Telescope (E-ELT) ein wahrhaft gigantisches Auge, mit dem Astronomen in frühestens zehn Jahren den Nachthimmel beobachten wollen.

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