Politiker: Provider tragen Verantwortung für verheerenden Sony-Hack

4. Dezember 2014, 13:11
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Nordkorea dementiert, hinter dem Angriff aus Rache an Film zu stehen

Auch mehr als eine Woche nach dem schweren Hacker-Angriff kämpft das Sony-Filmstudio in Hollywood noch immer mit den Folgen. Einige Computersysteme konnten Insidern zufolge immer noch nicht wieder hochgefahren werden. Angeblich soll Nordkorea mit iranischer Hilfe dahinter stecken. Ein ehemaliger Berater des britischen Premierministers sieht die Verantwortung bei den Internet Service Providern.

Ausmaß noch unklar

Das Ausmaß des Datenklaus ist noch immer unklar, wie aus einem internen Dokument hervorgeht, dass der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Neben einer großen Menge vertraulicher Daten wurden auch unveröffentlichte Filme gestohlen, die nun in hoher Qualität in Tauschbörsen aufgetaucht sind.

Vorwurf: Providern tun nicht genug gegen Piraterie

Für den konservativen britischen Parlamentsabgeordneten und früheren Berater von David Cameron, Mike Weatherley, tragen die Internet Provider mit Schuld daran. Zu TorrentFreak sagte er, dass die Anbieter ebenso wie Web-Hosting- Dienste es verabsäumt hätten, Filmpiraterie einzudämmen. In Großbritannien werden die bekanntesten Piraterie- und Filesharing-Portale allerdings bereits durch die Provider blockiert.

Nordkorea hinter dem Angriff?

Bei dem Computer-Virus soll es sich Experten zufolge um eine besonders aggressive Schadsoftware handeln, die Festplatten zerstören und ganze Netzwerke lahmlegen kann. Die Ermittler unter Führung der US-Bundespolizei FBI ziehen eine Vielzahl Verdächtiger in Betracht. Darunter befindet sich auch Nordkorea. Hintergrund sei die Verärgerung Nordkoreas über die Komödie "The Interview" über fiktive CIA-Pläne zur Ermordung von Staatschef Kim Jong Un. Sie soll am 25. Dezember in den USA und anderen Ländern in die Kinos kommen soll. In Österreich läuft der Film erst am 6. Februar 2015 an.

Diplomat dementiert

Ein nordkoreanischer Diplomat in New York dementierte das nun. Es handle sich um eine "weitere Erfindung, um das Land anzugreifen", sagte der namentlich nicht genannte Abgesandte laut Guardian. Nordkorea halte sich an internationale Regeln, um Hacking und Piraterie zu verbannen. (br/Reuters, derStandard.at, 4.12.2014)

  • Laut Ermittlern führen die Spuren des Sony-Hacks nach Nordkorea. Vermutet wird, dass die Komödie "The Interview" die nordkoreanische Spitze verärgert haben könnte. Ein Diplomat dementiert.
    foto: theinterviewmovie.tumblr.com

    Laut Ermittlern führen die Spuren des Sony-Hacks nach Nordkorea. Vermutet wird, dass die Komödie "The Interview" die nordkoreanische Spitze verärgert haben könnte. Ein Diplomat dementiert.

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