Pflichtangebot an Hirsch-Servo-Aktionäre zu niedrig

4. Dezember 2014, 07:51
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Übernahmekommission: Zahlungen an ehemalige Hauptaktionärin nicht offengelegt

Wien/Glanegg - Das Nachprüfungsverfahren zur Hirsch Servo-Übernahme hat ergeben, dass das Pflichtangebot an Aktionäre der Hirsch Servo AG zu niedrig war. Das hat die Übernahmekommission Mittwochabend mitgeteilt. Daher würden nun die Stimmrechte von Herz aus den Hirsch Servo-Aktien per Gesetz ruhen, bis eine Zahlung zur Wiedergutmachung geleistet sei.

Als Grund für die Entscheidung wird angeführt, dass "der Übernahmekommission im Rahmen des Angebotsverfahrens nicht offengelegte Zahlungen der Bieterin Herz Beteiligungs Ges.m.b.H. bzw ihrer gemeinsam vorgehenden Rechtsträger an die ehemalige Hauptaktionärin Kurt Hirsch Holding GmbH bzw. an mit dieser gemeinsam vorgehende Rechtsträger flossen und diese Zahlungen bei der Bemessung des Angebotspreises im öffentlichen Pflichtangebot vom 14.5.2014 daher nicht berücksichtigt werden konnten". Der Angebotspreis der Herz Beteiligungs GmbH an die Aktionäre der Hirsch Servo AG habe somit nicht dem Übernahmegesetz entsprochen.

Prüfung von Amts wegen

Die Übernahmekommission hatte das Pflichtangebot für die Aktionäre des börsenotierten Kärntner Verpackungs- und Maschinenherstellers Hirsch Servo seit Herbst von Amts wegen geprüft. Der nunmehr erlassene Bescheid des zweiten Senats der Übernahmekommission (3.12.2014) werde in Kürze auf der Homepage der Kommission, http://www.takeover.at, veröffentlicht.

Die niederösterreichische Herz Beteiligungs GmbH, die rund 62 Prozent an Hirsch kontrollierte, hatte im Mai 2014 ein Pflichtangebot an die Aktionäre gelegt. Sie bot 7,94 Euro je Aktie für sämtliche auf Inhaber lautende Stammaktien derHirsch Servo AG. Davor hatte die Aktie an der Wiener Börse zu einem Kurs von 5,51 Euro je Papier notiert. 41.661 Aktien wurden der Herz-Gruppe daraufhin angedient, was 8,3 Prozent des Grundkapitals entspricht. Der Herz-Gruppe gehören damit rund 70 Prozent der Stimmrechte an Hirsch Servo. Die Herz-Gruppe wird von Gerhard Glinzerer - über eine luxemburgische Gebäudetechnikfirma namens GTI - kontrolliert. Glinzerer ist auch Aufsichtsratsvorsitzender bei Hirsch Servo. (APA, 4.12.2014)

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