Marsmeteorit zeigt mögliche organische Rückstände

7. Dezember 2014, 18:00
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Internationales Forscherteam analysierte Fragment des Meteoriten Tissint, der 2011 in Marokko abstürzte

Paris - Nicht zum ersten Mal liefert ein vom Mars stammender Meteorit verlockende Indizien dafür, dass es auf dem Roten Planeten einst Leben gegeben haben könnte. Das bekannteste Beispiel dafür ist der in der Antarktis gefundene Meteorit ALH84001, der Mikrostrukturen aufweist, die als Fossilien bakterienartiger Lebewesen gedeutet wurden. Allerdings ist diese Ansicht höchst umstritten, da sie lediglich auf dem Augenschein beruht.

Etwas anders geartet ist das, was der Meteorit Tissint zu bieten hat, der 2011 in der Wüste von Marokko abstürzte. Fragmente dieses Meteoriten befinden sich in verschiedenen Museen, eines davon auch im Naturhistorischen Museum Wien. Eine in der Fachzeitschrift "Meteoritics and Planetary Sciences" veröffentlichte Studie zu einem Tissint-Fragment gibt nun der Diskussion um Leben auf dem Mars neue Nahrung.

Die Analyse

In den Rissen des Meteoritengesteins analysierte eine internationale Forschergruppe organische Kohlenstoffverbindungen, die Überreste biologischer Prozesse sein könnten. "Derzeit gibt es keine andere Erklärung, die uns mehr überzeugt", betonte Philippe Gillet von der Schweizer Polytechnik-Hochschule in Lausanne, die an der Untersuchung zusammen mit Wissenschaftern aus Deutschland, China und Japan beteiligt war.

Den Analysen zufolge drang eine an "organischen Elementen reiche Flüssigkeit" in Risse des Gesteins, als dieses noch zum Mars gehörte. Das Stück, das letztlich auf der Erde landete, dürfte vor etwa 700.000 Jahren bei einem Asteroideneinschlag auf dem Mars aus der Kruste gebrochen und ins All geschleudert worden sein.

Völlige Gewissheit, ob es sich tatsächlich um organische Rückstände handelt, gibt es allerdings nicht, räumt Gillet ein. Für Studien, die zu anderen Ergebnissen gelangten, sei er "völlig offen". Die ersten Analysen seien immerhin geeignet, die Diskussion über eine mögliche "biologische Aktivität auf dem Mars - zumindest in der Vergangenheit - neu zu beleben". (red/APA, derStandard.at, 7. 12. 2014)

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    foto: apa/schlager
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