Amnesty International dokumentiert Folter auf den Philippinen

4. Dezember 2014, 00:01
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Polizisten trotz Beweisen nicht verhaftet - Auch Kinder unter den Opfern

Manila - Elektroschocks, vorgetäuschte Hinrichtungen, Vergewaltigungen, Waterboarding, Schläge - die Liste der grausamen Methoden ist lang, mit denen Polizeibeamte auf den Philippinen Geständnisse erzwingen.

Der aktuelle Bericht der Menschenrechtsorganisation von Amnesty International (AI) belegt, dass die vor fünf Jahren erfolgte Ratifizierung eines Antifoltergesetzes leider keine Verbesserung gebracht hat.

Kein einziger Beamter sei bisher verurteilt worden, die Regierung sei gescheitert, ein Folterverbot durchzusetzen, heißt es darin.

Polizisten auf Beweisvideo

Grundlage für den Bericht sind Schilderungen von 55 Überlebenden, davon sind 21 Kinder. Zwei ehemalige Gefangene berichten, dass Polizisten auf sie schossen und sie zum Sterben liegen ließen.

Auch von einem Video, das Polizisten bei der Misshandlung eines Mannes, zeigt, ist die Rede. Später wurde nur sein Kopf gefunden. Trotz der Beweise sei keiner der Beamten verhaftet worden.

"Die Philippinen sind vorbildlich, was das Unterschreiben von Menschenrechtsdokumenten betrifft, aber ohne Strafverfolgung sind das leere Versprechen", sagt Salil Shetty, Generalsekretär von AI in Manila. (juh, DER STANDARD, 4.12.2014)

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