Vereiste Straßen und Bäume: Bergepanzer im Burgenland im Einsatz

3. Dezember 2014, 15:15
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Situation hat sich in Niederösterreich und im Burgenland verschärft – ZAMG rechnet erst für Donnerstag und Freitag mit Entspannung

Hornstein/Mattersburg – Katastrophenalarm in drei Bezirken im nördlichen Niederösterreich, Straßensperren in Oberösterreich, hunderte Haushalte in der West- und Oststeiermark ohne Strom und ein auf dem Landweg nicht erreichbarer Ort im Burgenland: Eis und Raureif haben auch am Mittwoch für beträchtliche Probleme gesorgt. Die Situation hat sich in einigen der betroffenen Gebiete noch verschärft.

In dem wegen der Gefahr durch vereiste Bäume abgeschnittenen Ortsteil Forchtenstein-Rosalia (Bezirk Mattersburg) hat sich die Lage zugespitzt. Da es auch für Feuerwehrfahrzeuge wegen der Gefahr durch vereiste Bäume kein Durchkommen mehr gab, schickte das Bundesheer zu Mittag einen Bergepanzer und einen Lkw.

"Es wird noch schlechter, denn es kommt auch noch der Wind", sagte Bürgermeisterin Friederike Reismüller zur APA. Sie appellierte an die Bewohner, die Häuser möglichst nicht zu verlassen. Mehrere Bewohner der Rosalia hatten bereits bei Verwandten Unterschlupf gefunden.

Unterstützung des Bundesheeres

Noch etwa 80 Personen hielten sich im Ortsteil auf. Die Eingeschlossenen wurden von der Feuerwehr kontaktiert und konnten Lebensmittel bestellen. Diese sollen mit Unterstützung des Bundesheeres geliefert werden. Laut Polizei hat sich ein Mann verletzt, als er im Hof seines Hauses stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Landespolizeidirektion Burgenland ist es noch zu "keinen groben Schäden" an Gebäuden gekommen.

Schulen und Straßen gesperrt

In Teilen des Waldviertels ist aufgrund des Winterwetters mit Eisregen noch am Dienstagnachmittag Katastrophenalarm ausgerufen worden. Der Landesführungsstab der Feuerwehr wurde ebenso eingerichtet wie Bezirksführungsstäbe.

foto: andreas rabl
"Alle paar Minuten fällt ein Baum oder ein Wipfel", schreibt Leser Andreas Rabl aus Freitzenschlag bei Groß Gerungs.

Fast 20 Schulen in der Region blieben geschlossen. Im Bundesland waren witterungsbedingt mehr als 60 Straßenverbindungen gesperrt, darunter die B2 zwischen Eisgarn und Grametten, die B2 zwischen Eggenburg und Maria-Dreieichen und die B32 zwischen Jaidhof und Eisenbergeramt.

Baum stürzte auf Haus im Bezirk Horn

Laut Feuerwehr wurde der Katastrophenalarm zunächst für die Bezirke Zwettl und Krems und später auch für den Bezirk Horn ausgerufen. In der Nacht auf Mittwoch rückten die Einsatzkräfte etwa 70-mal aus. Im Bezirk Krems war ein Baum auf ein Haus gestürzt. Die Bewohnerin blieb unverletzt.

Durch das Gewicht des Eises auf den Stromleitungen drohten außerdem Trafohäuser umzustürzen. Sie wurden von der Feuerwehr mit Stahlseilen gesichert. Am Mittwoch standen laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger im nördlichen Niederösterreich vorerst etwa 250 Helfer im Einsatz. Außerdem waren 29 Großstromgeneratoren aufgeboten. Das Ausmaß der Schäden war vorerst noch nicht bekannt. Im Waldviertel herrsche auch teils dichter Nebel.

foto: franz artner
Franz Artner schickt ein Bild aus der Nähe von Raabs an der Thaya.

Wegen Raureifs umgestürzte Bäume haben auch in Oberösterreich zu zahlreichen Straßensperren geführt. Nicht passierbar war unter anderem die B143 zwischen Ampflwang und Eberschwang. Besonders betroffen waren das Hausruck- und das Mühlviertel. In Liebenau (Bezirk Freistadt) waren am Mittwoch die Schulen geschlossen, um auf dem Weg dorthin keine Kinder zu gefährden.

Feuerwehreinsätze auch in der Steiermark

In der Steiermark hat es in der Nacht auf Mittwoch erneut mehrere Feuerwehreinsätze wegen Eisbruchs gegeben. Umgefallene Bäume blockierten Straßen und mussten beseitigt werden. In der West- und Oststeiermark waren rund 600 Haushalte ohne Strom. Die Probleme im Gebiet um Deutschlandsberg und im Großraum Weiz sollten bis zum Abend behoben sein.

Entspannung kommt nur langsam

Die Meteorologen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) gingen davon aus, dass sich die Lage erst am Donnerstag und Freitag langsam entspannt. Morgen, Donnerstag, soll im Laufe des Nachmittags in allen Höhenlagen mildere Luft nach Österreich fließen, sodass es zu tauen beginnt.

Allerdings kann es auch am Freitag noch Probleme geben. Denn das teils dicke Eis schmilzt nur langsam, und Windböen um 40 Kilometer pro Stunde sind möglich. "Daher können weiterhin vereiste Äste brechen", warnte Stefan Kiesenhofer von der ZAMG. (red/APA, 3.12.2014)

  • Auf den vereisten Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Auf den vereisten Straßen kam es zu zahlreichen Unfällen.

  • Vereister Wald im Raum Ottenschlag im Waldviertel in Niederösterreich.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Vereister Wald im Raum Ottenschlag im Waldviertel in Niederösterreich.

  • Zahlreiche Bäume sind unter der Eislast abgeknickt.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Zahlreiche Bäume sind unter der Eislast abgeknickt.

  • Vereiste Straßenlampe mit Weihnachtsbeleuchtung in Ottenschlag.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Vereiste Straßenlampe mit Weihnachtsbeleuchtung in Ottenschlag.

  • In Teilen des Waldviertels ist aufgrund des Winterwetters mit Eisregen noch am Dienstagnachmittag Katastrophenalarm ausgerufen worden.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    In Teilen des Waldviertels ist aufgrund des Winterwetters mit Eisregen noch am Dienstagnachmittag Katastrophenalarm ausgerufen worden.

  • Vereistes Gedenkkreuz im Waldviertel.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Vereistes Gedenkkreuz im Waldviertel.

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