Ball der Wissenschaften: Nicht nur ein Antiakademikerball

2. Dezember 2014, 17:43
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Erster Wiener "Ball der Wissenschaften" findet nur einen Tag nach dem FPÖ-Ball statt – Mailath-Pokorny: Überwiegender Großteil der Wissenschaft hat mit "ewiggestrigem Gedankengut nichts am Hut"

Wien – Es ist, sagte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) am Dienstag, "eine Ballveranstaltung mit Haltung. Abseits des Akademikerballs hat der überwiegende Großteil der Wissenschaft mit Ausgrenzung, Provokation und ewig gestrigem Gedankengut nichts am Hut."

Der Wiener "Ball der Wissenschaften" findet erstmals am 31. Jänner 2015 im Rathaus statt. Nur einen Tag davor wird der sogenannte Akademikerball – als inoffizieller Nachfolger des WKR-Balls – von der Wiener FPÖ wieder in der Hofburg veranstaltet. Die Nähe des Wissenschafterballs zum Akademikerball ist nicht zufällig gewählt. Als Anti-Veranstaltung will Mailath-Pokorny den Ball der Wissenschaften aber nicht verstanden wissen.

Er sei eine "sehr wienerische Form des Dankes" an Wissenschaft und Forschung. Den Akademikerball hatte Mailath-Pokorny zuvor als "anmaßend und rufschädigend" bezeichnet.

Gewaltbereite Demonstranten

Proteste gegen den bislang letzten Akademikerball im Jänner dieses Jahres waren schwere Ausschreitungen durch Demonstranten gefolgt. Der Einsatz der Polizei, die mit einem massiven Aufgebot ausgerückt war, wurde von der Volksanwaltschaft unter anderem wegen mangelnder Deeskalationsmaßnahmen kritisiert.

Für die Auflage 2015 ist erneut mit Demonstrationen und einem massiven Polizeiaufgebot zu rechnen. Die "Offensive gegen Rechts" mobilisiert bereits und kündigte Blockaden vor der Hofburg an.

Der Ball der Wissenschaften soll laut Mailath-Pokorny kein singuläres Ereignis sein, sondern jährlich im Rathaus stattfinden. Die Hofburg auch als symbolischer Veranstaltungsort war laut Mailath-Pokorny "möglicherweise ein Gedanke". Die Wiener FPÖ soll laut Eigenangaben aber über einen langjährigen Vertrag mit der Hofburg verfügen. (krud, DER STANDARD, 3.12.2014)

  • SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (links) und Universitätsbeauftragter Alexander van der Bellen von den Grünen (rechts) wollen den Wiener "Ball der Wissenschaften" nicht als Anti-Akademikerball verstanden wissen.
    foto: pid/jobst

    SP-Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (links) und Universitätsbeauftragter Alexander van der Bellen von den Grünen (rechts) wollen den Wiener "Ball der Wissenschaften" nicht als Anti-Akademikerball verstanden wissen.

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