Bigband Moop Mama: Zum Protest blasen

2. Dezember 2014, 17:32
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Die Hip-Hop-Brass-Partie stellt ihre aktuelle Platte live in Österreich vor

Seit 2009 besteht die von Saxofonist Marcus Kesselbauer gegründete Bigband Moop Mama, die sich selbst in der Tradition der "Marching Bands" sieht.

Für ihre spezielle Mischung aus Brass und Hip-Hop hat sie aber die Bezeichnung "Urban Brass" erfunden, Blasmusik, zu der hippe Großstadtbürger mit dem Hintern wackeln können.

Genau das hatte Kesselbauer gewollt, bevor er Moop Mama aktivierte und mit dieser jetzt für einige Live-Konzerte nach Österreich kommt. Die Band sollte ganz ohne Strom auskommen, sieben Bläser, zwei Schlagzeuger sowie der Rapper MC Keno sorgen für alle Sounds und Klangeffekte - eine körperliche Herausforderung, die etwas mit dem zweiten Aspekt von Urban Brass zu tun hat.

Kesselbauer wollte eine möglichst autonome Musikgruppe, die ohne viel Aufwand an allen möglichen Orten aufspielen kann, was Moop Mama früher ausgiebig praktiziert hat: Unangemeldete Auftritte an der Isar, im Englischen Garten, in besetzten Häusern oder den großen Einkaufsstraßen gehören zu diesem Guerillakonzept, das sich aus der gesellschafts- und konsumkritischen Haltung der Bigband sowie den hohen Münchner Mietpreisen speist. Mit Blumentopf nahm Moop Mama den Antigentrifizierungsprotestsong Hier renovieren wir die Stadt München auf, in dessen Video Mehmet Scholl auftauchte.

Der gründete mit zwei Partnern wegen Moop Mama das Musiklabel Millaphon. Auf der "Rot und Spiele"-Tour stellt die Hip-Hop-Brass-Partie die aktuelle Platte Das rote Album vor: Neben Songs über Geldgier oder Arbeitsstress und das Münchner Schickimickileben gibt es darauf polemische Seitenhiebe gegen zeitgeistige In-Getränke. (dog, DER STANDARD, 3.12.2014)

Moop Mama, 3. 12, Graz, p.p.c., 19.30.

4. 12., Innsbruck, Weekender. 20.00.

5. 12., Linz, Posthof, 20.00.

6. 12., Salzburg, Rockhouse, 20.30.

7. 12., Dornbirn, Conrad Sohm, 20.00

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