Bankerboni: Wall Street profitiert von der Krise

2. Dezember 2014, 08:38
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Viele Haltefristen für aufgeschobene Boni laufen aus, und die Aktienkurse sind seit den Krisen-Tiefständen kräftig gestiegen

New York – Es war als Mäßigung gedacht, doch jetzt profitieren die Banker der Wall Street umso mehr: Nach der Finanzkrise wurden viele Boni statt in bar in Aktien ausgezahlt, die erst nach Jahren zu Geld gemacht werden durften. Damals war die Empörung groß, doch nach einem am Montag veröffentlichten Bericht des Fachblatts "Crain's New York Business" hat sich die Wartezeit gelohnt.

In den nächsten Wochen laufen demnach viele Haltefristen für aufgeschobene Boni aus, und die Aktienkurse sind seit den Krisen-Tiefständen kräftig gestiegen. Die Sondervergütungen fallen also viel höher aus, als wenn sie seinerzeit direkt ausgezahlt worden wären. "Die Aktienprämien der Krisenära haben sich in Gold verwandelt", sagte Alan Johnson von der Beratungsfirma Johnson Associates "Crain's".

Beispiele

Wie Crain's vorrechnet, habe beispielsweise Goldman Sachs im Jahr 2009 die Durchschnittsgehälter um 13 Prozent gekappt und dafür den Mitarbeitern eigene Aktien im Wert von 3,6 Milliarden Dollar (2,88 Milliarden Euro) ausgegeben. Diese dürfen aber eben erst am Jänner 2015 wieder verkauft werden. Die Aktien haben mittlerweile einen Wert von 5,1 Milliarden Dollar, weil der Kurs von Goldman-Aktien um mehr als 40 Prozent gestiegen ist.

Bei der Bank of America (BoA) wurden auf dem Höhepunkt der Krise Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Dollar zu einem Preis von 7,78 Dollar je Aktie vergeben. Heute ist eine BoA-Aktie circa 17 Dollar wert. (APA/red, derStandard.at, 2.12.2014)

  • An der Wall Street ist die Bonussaison wieder eine Freudenzeit.
    foto: ap /richard drew

    An der Wall Street ist die Bonussaison wieder eine Freudenzeit.

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