Demenz ließ AC/DC-Gründer Malcolm Young die eigenen Songs vergessen

1. Dezember 2014, 17:30
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"Etwas stimmte nicht mit ihm. Ich sah ihn zum ersten Mal unorganisiert, er brachte viele Dinge durcheinander", erzählt sein Bruder und Bandmitglied Angus Young

Die schleichende Demenz des Rock-Veteranen und AC/DC-Gründungsmitglieds Malcolm Young ist seinem Bruder erstmals vor sechs Jahren bei der Produktion des letzten Bandalbums aufgefallen. "Als wir damals die Songs schrieben, er und ich, konnte man es merken", sagte Bandgitarrist Angus Young dem australischen Fernsehsender ABC.

Unorganisiert und durcheinander

Er habe plötzlich "seltsame Dinge" beobachtet, etwa die offenkundige Vergesslichkeit seines sonst immer bestens organisierten Bruders, der Rhythmusgitarrist bei AC/DC war. "Ich sah ihn zum ersten Mal unorganisiert, er brachte viele Dinge durcheinander", sagte Angus Young in dem Interview. "In dem Moment dämmerte es mir: Etwas stimmte nicht mit ihm." Er habe seinem Bruder angeboten, das Tempo zu drosseln, aber Malcolm Young habe bloß gesagt: "Nein, ich mache weiter, bis ich nicht mehr kann." Am Ende habe sich Malcolm dann nicht einmal mehr an seine eigenen Lieder erinnern können.

Im September hatten AC/DC bekannt gegeben, dass Young sich mit 61 Jahren aus gesundheitlichen Gründen komplett zurückziehe. Als Ersatz heuerte sein Cousin Stevie bei der australischen Rockband an.

AC/DC wurde 1973 von Malcolm und seinem Bruder Angus gegründet und mit Rock-Hymnen wie "Highway to Hell", "Let There Be Rock" oder "Whole Lotta Rosie" berühmt. Ihr Album "Back in Black" ist eines der meistverkauften überhaupt und hat die Rockmusik nachhaltig beeinflusst. Weltweit verkauften AC/DC mehr als 200 Millionen Alben. (APA, derStandard.at, 1.12.2014)

  • AC/DC-Gitarrist Malcolm Young konnte sich an die eigenen Songs nicht mehr erinnern.
    foto: wikipedia/pandemonium73

    AC/DC-Gitarrist Malcolm Young konnte sich an die eigenen Songs nicht mehr erinnern.

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