Ärzte: Wenig Zeit für Einigung

1. Dezember 2014, 17:29
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Am Mittwoch nächste Verhandlungsrunde in Kärnten

Klagenfurt - Ein Monat bleibt noch: Am 1. Jänner 2015 tritt das Ärztearbeitszeitgesetz in Kraft. Dann ist die Ärztearbeitszeit auf 48 Stunden pro Woche beschränkt, außer die Ärzte stimmen zu, freiwillig mehr zu arbeiten. Streitpunkt ist die Erhöhung der ärztlichen Grundgehälter.

In Kärnten, wo die Eskalationsstufe am höchsten war, sind sich Land und Ärztekammer nun einen Schritt nähergekommen. Streik steht nicht mehr im Raum.

Die Ärztekammer will gemeinsam mit dem Kärntner Spitalsträger (Kabeg) ein neues Gehaltsschema für Ärzte entwickeln, sagt Josef Huber, Ärztekammerchef von Kärnten. Das Land soll jährlich 13,5 Millionen Euro für die Erhöhung der Grundgehälter zuschießen, damit wären die Ärzte "durchaus zufrieden". Knackpunkt sind die Dienstgeberbeiträge, die aus Landessicht in der Summe enthalten sein sollen. Dem will die Ärztekammer nicht zustimmen. Aber Spielraum gebe es laut dem Büro Landeshauptmann Peter Kaisers (SPÖ), keinen: "Das ist das äußerste Maximum".

"Es fehlen auch Oberärzte"

Doch auch bei den Grundgehältern ist noch nicht definiert, welche erhöht werden sollen. Das Land will höhere Einstiegsgehälter für Jungärzte, die Ärztekammer fordert aber, die Gehälter der Oberärzte anzuheben: "Es fehlen auch Oberärzte", sagt Huber. Sie würden sonst in den niedergelassenen Bereich abwandern. Dabei seien sie für die Ausbildung der Jungärzte wichtig. Kaiser ist zuversichtlich, eine Einigung zu erzielen. Er will aber nicht nur den finanziellen Aspekt diskutieren, sondern auch die Arbeitsbedingungen. Am Mittwoch findet die nächste Verhandlungsrunde statt. (mte, DER STANDARD, 2.12.2014)

  • Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat das Angebot für die Ärzte nachgebessert.
    foto: apa/eggenberger

    Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat das Angebot für die Ärzte nachgebessert.

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