Umfrage zu Schule bereitet Vorarlberger ÖVP Kopfzerbrechen

Blog2. Dezember 2014, 05:30
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Wie schaut die Schule der Zukunft aus? Die Vorarlberger Landesregierung ließ die Schulpartnerinnen und -partner befragen. In der Volkspartei wird man nicht ganz klug aus der Umfrage

Bregenz - Das Thema Schule bewegt. In Vorarlberg vor allem die Volkspartei. Und zwar so sehr, dass die Bildungssprecherin der VP der ebenfalls schwarzen Bildungslandesrätin eine Landtagsanfrage schickte. Thema ist eine Studie über die Weiterentwicklung der Schule der 10- bis 14-Jährigen. Die Umfrage ist das jüngste bildungspolitische Vorzeigeprojekt der Landesregierung. Gefragt wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "Schule der 10- bis 14-Jährigen in Vorarlberg".

"Kein anderes Bundesland hat je die Schulen der 10- bis 14-Jährigen in dieser Breite und Tiefe analysiert", sagte Bildungslandesrätin Bernadette Mennel (VP) bei der Präsentation. Das Projekt wurde initiiert, weil nach einem klaren Bekenntnis von Landeshauptmann Markus Wallner (VP) zur gemeinsamen Schule und der Ankündigung einer Modellregion die Wogen hochgingen. Groß war die Empörung bei der Professorenfraktion der Volkspartei und besorgten Eltern, die um Gymnasium und Karriere ihrer Sprösslinge fürchten.

Ist eh alles gut

Nun liegt Teil eins des Projekts, das Umfrageergebnis, vor. 1,8 Millionen Einzeldaten habe man ausgewertet, berichtet die Landesrätin stolz. Bis Mai will sie ein Maßnahmenpaket liefern. VP-Bildungssprecherin Barbara Schöbi-Fink irritieren aber manche Antworten. Einerseits seien die Eltern überwiegend mit der Schule zufrieden, andererseits gebe es mehrheitliche Bereitschaft, das bestehende Schulsystem organisatorisch und strukturell weiterzuentwickeln, ortet die Bildungssprecherin " ein gewisses Spannungsverhältnis".

Die VP-Politikerin fragt sich und die Landesrätin nun: "Könnte die nachweislich hohe Zufriedenheit mit der eigenen Schule bzw. mit der Schule des Kindes nicht auch dafür sprechen, das bestehende Schulsystem moderat weiterzuentwickeln und die vorhandenen Ressourcen für die Optimierung des bestehenden Systems (etwa an Schulstandorten mit speziellen Herausforderungen) einzusetzen?"

Was man so interpretieren könnte: Gemeinsame, ganztägige Formen für sogenannte Problemschulen, und sonst bleibt alles, wie es ist.

Mit der Antwort wird Mennel nicht bis Mai warten können, sie ist laut Geschäftsordnung des Landtags in drei Wochen fällig. (Jutta Berger, derStandard.at, 1.12.2014)

  • Landesrätin Bernadette Mennel (VP), Koordinatorin Gabriele Böheim und  Koautor Johann Engleitner präsentieren Befragung zur Schule der 10- bis 14-Jährigen (von links).
    foto: vlk

    Landesrätin Bernadette Mennel (VP), Koordinatorin Gabriele Böheim und Koautor Johann Engleitner präsentieren Befragung zur Schule der 10- bis 14-Jährigen (von links).

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