Nicht der Kanzler sucht die ORF-Spitze aus, sagt Faymann

1. Dezember 2014, 14:14
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Brandstätter zu Rückkehr in den ORF: "Wir können 2020 darüber sprechen"

Wien - Bei der Buchpräsentation von "Kurier"-Herausgeber Helmut Brandstätter mit Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) in Berlin war auch der ORF Thema. Auf die Frage, ob sich Faymann Brandstätter an der Spitze des ORF vorstellen könnte, Spekulationen darüber gibt es seit längerem, meinte der Kanzler: "Das wäre ganz verfehlt, wenn ein österreichischer Bundeskanzler einen ORF-Generaldirektor aussuchte."

"Aber es ist richtig, dass sich ein österreichischer Bundeskanzler um die Rahmenbedingungen kümmern und dafür sorgen muss, dass der ORF eine positive Weiterentwicklung hat. Aber die Personen sucht das Kuratorium aus und nicht der österreichische Bundeskanzler." Das sei in den meisten europäischen Ländern so. "Jetzt kann man das bedauerlich finden, aber ich finde es gar nicht so bedauerlich. Das ist Teil der Demokratie." Mit "Kuratorium" meinte Faymann wohl den ORF-Stiftungsrat, der Anfang der 2000er-Jahre den Namen gewechselt hat.

Brandstätter: Ab 2020 frei für ORF

Brandstätter selbst verwies in Sachen ORF-Ambitionen auf sein bestehendes Engagement beim "Kurier": "Mein Vertrag beim 'Kurier' läuft bis 2019. Ich bin vertragstreu. Wir können 2020 wieder darüber sprechen." Und Brandstätter fügte hinzu, dass er dann schon 65 Jahre alt sei.

foto: apa/dpa
Gemeinsame Buch-Präsentation in Berlin: Werner Faymann, Margarethe Kopeinig, Helmut Brandstätter, Sigmar Gabriel.

Die gemeinsamen Buchvorstellungen von Brandstätter und Faymann am Montag in Berlin und am Dienstag in Wien hatten Spekulationen über einen möglichen Wechsel Brandstätters in den ORF neue Nahrung gegeben. Das Buch "So kann Europa gelingen" enthält Interviews mit führenden europäischen Sozialdemokraten wie der neuen EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini, Bundeskanzler Faymann und dem deutschen Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Geführt wurden die Interviews von Helmut Brandstätter und "Kurier"-EU-Expertin Margaretha Kopeinig. (APA, 1.12.2014)

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