Wie Netflix mit "Marco Polo" die Welt erobern will

1. Dezember 2014, 10:41
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Wachsenden Hürden - Neue Serie als Gradmesser des internationalen Erfolgs

Ab 12. Dezember startet die neue Serie "Marco Polo" über die Erlebnisse des Seefahrers am Hof des Kublai Kahn. Es ist der jüngste Wurf des Streaming-Dienstes Netflix. Mit historischem Anspruch, Intrigen und aufwendiger Inszenierung in Venedig, Kasachstan und Malaysia will man ein Epos schaffen, das wohl auch an "Game of Thrones" erinnern soll. Eine der derzeit erfolgreichsten Serien des US-Senders HBO, die nicht auf Netflix gezeigt wird. Die neue Serie soll dem Unternehmen helfen, global zu wachsen.

50 Millionen Nutzer

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren stark expandiert. Mittlerweile ist der Dienst in über 50 Ländern verfügbar und hat nach eigenen Angaben über 50 Millionen Abonnenten. Und Netflix muss international dazu gewinnen, denn am Heimatmarkt USA lässt das Wachstum allmählich nach.

Herausforderungen

Ein globales Produkt anzubieten sei "die Mission", so Chief Content Officer Ted Sarandos zur New York Times. Das Unternehmen sieht sich nun mit wachsender Konkurrenz und steigenden Lizenzkosten konfrontiert. Weil nicht so schnell wie erwartet Neukunden gewonnen werden, zeigen sich die Anleger verstimmt. Der Aktienkurs brach Anfang November massiv ein. HBO kündigte kürzlich einen eigenen Streaming-Dienst an und die Eigenproduktionen von Amazon erhalten viel Lob.

netflix deutschland, österreich und schweiz

Zudem sind noch nicht alle Märkte für den Streaming-Dienst geeignet. Um Netflix nutzen zu können, wird entsprechend viel Bandbreite und ein hohes Datenvolumen benötigt. In Ländern mit schlechter ausgebauter Infrastruktur stellt das eine Hürde dar.

Gradmesser für weiteren Erfolg

Für Anfang 2015 bereitet Netflix den Start in Australien und Neuseeland vor. "Marco Polo" soll das Interesse an dem Dienst hoch halten. Das Unternehmen besitzt im Gegensatz zu einigen anderen Serien die internationalen Rechte für die Serie. Laut NYT ist sie mit 90 Millionen Dollar für die ersten zehn Folgen nicht nur die bislang teuerste Netflix-Produktion sondern auch eine der teuersten Serien überhaupt. Der Erfolg des historischen Epos gilt als Gradmesser für die weitere Strategie des Unternehmens. Analysten sind skeptisch ob Netflix den Erfolg von Eigenproduktionen wie "House of Cards" und "Orange Ist he New Black" weiterführen kann.

Reise nach Asien

Screenplay-Autor John Fusco ist jedenfalls überzeugt, dass "Marco Polo" ein weltweites Publikum ansprechen wird. "Die Reise des Marco Polo ist die Reise eines Helden, damit können sich alle Kulturen quer über den Globus identifizieren", sagt der Autor zur NYT. Netflix greift für die Vermarktung tief in die Taschen. Neben Auftritten auf diversen Konferenzen sind TV-, Print- und Online-Anzeigen geplant. In Asien, wo ein großer Teil der Serie spielt, ist Netflix noch nicht aktiv. Die Serie soll helfen, das Unternehmen auch dort populär zu machen. (red, derStandard.at, 1.12.2014)

  • Am 12. Dezember startet die neue Netflix-Serie "Marco Polo".
    foto: netflix

    Am 12. Dezember startet die neue Netflix-Serie "Marco Polo".

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