32 Festnahmen und 40 Verletzte bei Protesten in Hongkong

Video1. Dezember 2014, 14:16
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Zusammenstöße mit der Polizei dauern an - Verwaltungschef droht Demonstranten

Hongkong - Bei neuen schweren Auseinandersetzungen zwischen prodemokratischen Aktivisten und der Polizei in Hongkong sind 32 Demonstranten in Haft genommen worden. Mehr als 40 Menschen wurden nach Berichten lokaler Medien verletzt. Darunter sind nach amtlichen Angaben auch vier Polizisten. Die Zwischenfälle in der chinesischen Sonderverwaltungsregion dauerten am Montag in der Früh noch an.

Es war die fünfte Nacht in Folge mit Zusammenstößen. Die Polizei setzte Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Nach ersten Angaben in der Nacht von 40 Festnahmen berichtete die Polizei in der Früh der Deutschen Presse-Agentur, dass noch 32 Demonstranten in Haft seien. Nach Angriffen von Demonstranten auf Behördengebäude blieb der Hauptsitz der Regierung am Vormittag geschlossen. Die Beamten wurden aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Auch das Parlament sagte seine geplanten Anhörungen ab und blieb geschlossen.

foto: reuters/tyrone siu

Verwaltungschef Leung Chun Ying hat nun eine kompromisslose Niederschlagung der "illegalen" Demokratie-Bewegung angedeutet. Die Rufe nach einer Räumung der Protestlager würden immer lauter, der Druck auf die Behörden steige, weshalb die Polizei "von nun an ohne Zögern das Gesetz durchsetzen wird", sagte Leung am Montag.

Die seit zwei Monaten andauernden Proteste waren eskaliert, nachdem die Studenten zu einer erneuten Blockade der Regierung aufgerufen hatten, um politische Reformen durchzusetzen. Die Aktionen richten sich gegen Pläne der kommunistischen Führung in Peking, zwar 2017 erstmals direkte Wahlen in der früheren britischen Kronkolonie zuzulassen, aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

foto: reuters/tyrone siu
Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Die Demonstranten fordern echte Demokratie. Allerdings verliert die Bewegung zunehmend an Unterstützung. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong autonom regiert. Die Vorgänge sorgen auch für Verstimmung zwischen China und der früheren Kolonialmacht Großbritannien. So will die chinesische Seite einer Gruppe britischer Parlamentarier die Einreise nach Hongkong verweigern.

storyful, youtube/hong kong government information services department
Ein Vertreter der Regierung verurteilt die Demonstrationen.

Einreiseverbot

Die Abgeordneten des Unterhauses wollten die Beziehung zwischen Großbritannien und der Ex-Kronkolonie untersuchen, aber ihnen sei mit einem Einreiseverbot gedroht worden, teilte Parlamentsmitglied Richard Ottaway am Sonntagabend in London mit. Das britische Außenministerium gab bekannt, es sei "bedauerlich", dass China dem Komitee keinen Besuch erlaube, was den chinesischen Behörden auch "auf höchster Ebene" mitgeteilt worden sei. (APA, 1.12.2014)

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