Spanier protestieren gegen Sparpolitik

30. November 2014, 09:34
40 Postings

In mehreren spanischen Städten gingen am Wochenende tausende Menschen auf die Straße und demonstrierten für "Brot, Dach, Arbeit"

Madrid - Tausende Menschen haben in mehreren spanischen Städten gegen die Sparpolitik der Regierung, Arbeitslosigkeit und Korruption protestiert. "Brot, Dach, Arbeit" stand auf einem großen Transparent, das am Samstag nahe dem Bahnhof Atocha in Madrid entrollt wurde. Von dort führte ein Demonstrationszug bis zur Puerta del Sol im Zentrum.

Die Demonstranten riefen: "Ja, es ist möglich" in Anlehnung an den Wahlkampfslogan von US-Präsident Barack Obama "Yes, we can" aus dem Jahr 2008. Auch in Barcelona und anderen spanischen Städten gingen die Menschen auf die Straße.

Hohe Arbeitslosigkeit

Spanien (24 Prozent) ist laut EU-Statistikbehörde Eurostat nach Griechenland (25,9 Prozent) weiterhin am stärksten betroffen von der Arbeitslosigkeit in der Eurozone. Bei der Jugendarbeitslosigkeit haben auch Spanien und Griechenland die größten Probleme: In Spanien hat mehr als jeder zweite Jugendliche (53,8 Prozent) keinen Job, in Griechenland liegt die Quote bei 49,3 Prozent. Insgesamt haben in der EU knapp fünf Millionen junge Menschen unter 25 Jahren keinen Job.

Spanien leidet noch immer unter den Folgen der Finanzkrise und der 2008 geplatzten Immobilienblase. 2012 bekam das Land ein internationales Hilfsprogramm in Höhe von 41 Milliarden Euro, um seinem Bankensektor zu helfen. Viele Banken des Landes sitzen weiterhin auf faulen Krediten in großem Umfang. Zwar verbesserte sich die wirtschaftliche Lage im heurigen Jahr. Die Arbeitslosigkeit verharrt jedoch weiterhin auf sehr hohem Niveau. (APA, 30.11.2014)

  • "Marsch der Würde" haben die Organisatoren die aktuellen Demonstrationen und Proteste in Spanien getauft.
    foto: reuters/susana vera

    "Marsch der Würde" haben die Organisatoren die aktuellen Demonstrationen und Proteste in Spanien getauft.

Share if you care.