Weltraumdaten kommen schneller zur Erde

28. November 2014, 17:32
2 Postings

ESA-Experte über neues Datenrelaissystem: "Europa geht damit technologisch in die Führung"

Darmstadt - Europa beschleunigt die Erdbeobachtung aus dem All: Informationen des Weltraumprogramms "Copernicus" über Umwelt- und Wetterkatastrophen sollen mit dem Europäischen Datenrelaissystem EDRS Bodenstationen wesentlich schneller erreichen. "Europa geht damit technologisch in die Führung", sagte Volker Liebig (58), Direktor für Erdbeobachtungsprogramme bei der Europäischen Weltraumagentur ESA.

Eingespart werden demnach etwa 30 bis 45 Minuten. "Wenn es eine riesige Ölverschmutzung gibt, ist es wichtig, wenn man es früh erfährt." Eine Bildübertragung wurde am Freitag im Satelliten-Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt demonstriert. Das System EDRS soll 2015 starten.

Bisherige Zeitverzögerung umgangen

Entscheidend sind Kommunikationssatelliten in rund 36.000 Kilometern Höhe mit dem Laserkommunikationsterminal LCT an Bord. Sie erhalten die Daten eines Erdbeobachtungssatelliten "Sentinel", der eine Höhe von rund 800 Kilometern hat.

Bisher musste "Sentinel" seine Informationen speichern und abwarten, bis er in seiner Flugbahn Kontakt zu einer Bodenstation aufnehmen konnte. Mit EDRS schickt "Sentinel" per LCT seine Informationen gleich an den deutlich höheren geostationären Kommunikationssatelliten, der immer Kontakt nach unten hat. (APA/red, derStandard.at, 28. 11. 2014)

Share if you care.