ÖVAG: Verlust frisst Grundkapital auf

28. November 2014, 18:22
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Am 23. Dezember bringt der Aufsichtsrat die geplante Aufspaltung und Abwicklung der Bank auf den Weg

Wien - Ehe die teilstaatliche Volksbanken AG (ÖVAG) einen Tag vor Weihnachten auch formal die Weichen für ihre Selbstauflösung stellt, hat sie ihre Eigenkapitaldecke deutlich geschrumpft. Der Verlust werde das Eigenkapital um mehr als die Hälfte erodieren, teilte die ÖVAG-Führung unter Generaldirektor Stephan Koren ihrem Aufsichtsrat mit, berichtete die Finanzagentur Bloomberg.

In den ersten neun Monaten verdreifachte sich der ÖVAG-Nettoverlust (IFRS) auf 229,5 Millionen Euro, das Eigenkapital belief sich laut Quartalsbericht Ende September auf 976,3 Millionen Euro. Welcher Maßstab der Halbierung des Eigenkapitals zugrunde liegt, darüber schweigt sich die Bank in ihrer Mitteilung an ihre Anleihengläubiger aus. Gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) betrug der Jahresverlust im Vorjahr hundert Millionen Euro, gemäß dem für Österreich maßgeblichen Unternehmensgesetzbuch waren es 224 Millionen Euro.

Notwendige Verlustanzeige

Die gesetzlich vorgeschriebene Verlustanzeige, die notwendig ist, wenn der Verlust das halbe Grundkapital aufzehrt, stellt die ÖVAG für die außertourliche Hauptversammlung am 23. Dezember in Aussicht. Wichtigster Tagesordnungspunkt dieser Aktionärsversammlung: "Grundsatzbeschluss zur Änderung des Geschäftsmodells mit dem Ziel der Schaffung einer Abbaugesellschaft", ganz konkret nach den Regeln des neuen Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetzes, das im Jänner in Kraft treten soll und das im Entwurf vorliegt.

Wie berichtet, wurden Aufspaltung und Abwicklung bereits eingeleitet, bevor die Bank heuer im europäischen Bankenstresstest durchfiel. Bis Mitte 2015 wird die ÖVAG in eine Abbaugesellschaft (Bad Bank) umgewandelt. Im Geschäft bleiben dann nur die regionalen Volksbanken, auf die in den kommenden Monaten der "gute" Teil samt Spitzeninstitutsfunktion übergeht.

Der Bund hält 43,3 Prozent an der ÖVAG, Mehrheitseigentümer sind die Volksbanken, deren Holding 51,6 Prozent hält. Weitere 3,8 Prozent hält die deutsche DZ Bank, 0,9 die RZB, und sonstige Aktionäre halten 0,4 Prozent. (red, DER STANDARD, 29.11.2014)

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